„Gehen Sie nach Hause und kochen Sie Ihrem Mann ein Ei“ sollte man nicht unbedingt gegenüber einer Polizistin äußern

Wegen einer umstrittenen Äußerung gegenüber einer Polizeibeamtin muss ein Mann (69) aus Bochum 300 Euro bezahlen. Das entschied das Landgericht Bochum in der Berufung und stellte das Verfahren gegen Zahlung dieser Geldauflage ein. In der ersten Instanz war der Mann noch freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft ging in Berufung.

Was war passiert ?

Die Polizei führte eine Tempokontrolle in Steinkuhl (Bochum) durch. Der Mann soll Autofahrer davor gewarnt haben, so dass es am Straßenrand zur Diskussion mit dem Rentner kam.

Dabei soll der Angeklagte gegenüber einer Polizistin gesagt haben: „Mit Frauen als Polizisten unterhalte ich mich nicht. Gehen Sie nach Hause und kochen Sie Ihrem Mann ein Ei.“

In erster Instanz war der Mann noch freigesprochen worden. Aufgrund der Berufung der Staatsanwaltschaft beschäftigte die Sache jetzt eine dreiköpfige Strafkammer. Für den Oberstaatsanwalt sei der Spruch „eindeutig“ als Beleidigung zu werten.

Vorsitzender Richter Gerd Riechert regte eine Einstellung des Verfahrens gegen 200 Euro Geldauflage ans Land an. Der Vertreter der Anklage wollte seine Zustimmung nur dann geben, wenn die Geldauflage 300 Euro beträgt und eine Entschuldigung bei der Beamtin erfolge. „Das ist unabdingbar.“ Der Angeklagte stimmte zu: „Die Äußerung bedauere ich.“

Das Ergebnis: Richter Riechert stellte den Fall gegen Zahlung der Auflage ein. „Ich hoffe, dass damit Frieden eingekehrt ist.“

Der Angeklagte hatte zuvor argumentiert, der Satz sei so nicht richtig. Er will gesagt haben: „Mit Frauen in Uniformen rede ich nicht. Hau ein Ei drüber und die Sache ist erledigt.“

Fundstelle:
derwesten.de vom 25.08.2015

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  • Nimulos Maltibos

    Mich würde in beiden Versionen die Ablehnung weiblicher Gesetzeshüter stören, als die Frage ob die Aufforderung, ihrem Mann ein Ei zu braten so stimmt und wenn ja ob sie eine Beleidigung sei (wobei im Fall ihrer Richtigkeit die Implikation, Frauen seien nur dazu geeignet, einen Mann zu bekochen immernoch sexistisch genug wäre). Ich finde sowas muss sich niemand gefallen lassen, egal welches Geschlecht oder Berufsfeld.