Gehört Duschen und Umziehen zur Arbeitszeit?

Ein interessanter wie außergewöhnlicher Streit ging nun am Landesarbeitsgericht Düsseldorf wohl mit einem Vergleich zu Ende. Zu klären war die Frage, ob das Duschen und Umziehen einen Teil der Arbeitszeit darstellt.

Geklagt hatte ein KFZ-Mechaniker der Stadtwerke Oberhausen gegen seinen Arbeitgeber. Das zehnminütige Duschen nach Feierabend, sowie das An- und Ausziehen seiner Arbeitsklamotten wollte der Bus-Reparateur als Arbeitszeit anerkannt und vergütet haben.

Das Arbeitsgericht Oberhausen hatte der Klage im Frühjahr zunächst stattgegeben, der Streit ging dann am Landesarbeitsgericht in die nächste Runde. Die dortigen Richter lehnten das vorhergehende Urteil ab. Es fehle an gesicherter Rechtsprechung, so der Vorsitzende Richter.

Stattdessen schlug die Kammer einen Vergleich vor: Eine Nachzahlung von 375 Euro. Dies entspräche dem Lohn für das Duschen und Umziehen innerhalb der letzten 7 Monate.

Innerhalb von drei Wochen können die Parteien dem Vorschlag des Landesarbeitsgerichts nun noch widersprechen. Insgesamt 15 Kollegen des Klägers haben die Stadtwerke Oberhausen ebenso auf Lohnnachzahlung verklagt.

Fundstelle:
LTO vom 03.08.15; LAG Düsseldorf Az. 9 Sa 425/15

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