Schmerzensgeld und Minderung für grüne Haare durch Chlor im Pool?

Mutter und Tochter buchten beim beklagten Reiseunternehmen eine Pauschalreise nach Mallorca. Beim Baden im Swimmingpool des Hotels erlebte die Tochter der Klägerin eine böse Überraschung: Ihre Haare verfärbten sich durch Chemikalien im Poolwasser. Das Amtsgericht Bad Homburg hatte über Minderungs -und Schmerzensgeldansprüche zu entscheiden.

Nachdem die Haare der Tochter mit dem stark gechlorten Wasser im Pool in Berührung kamen, nahm die eigentlich blonde Frisur des Mädchens eine Grünfärbung an. Die Mutter klagte daher gegen den Reiseveranstalter auf Minderung des Reisepreises sowie Schmerzensgeld für die Tochter.

Das Gericht sah eine Minderung in Höhe von 10% des Reisepreises wegen des zu heftig gechlorten Poolwassers für gerechtfertigt (§§ 651 d Abs. 1, 651 f Abs. 1 BGB). Einen Anspruch auf Schmerzensgeld wurde jedoch abgelehnt. Der Hotelbetreiber war kein Verrichtungsgehilfe der Beklagten und die Beklagte erfüllte nicht den Tatbestand der unerlaubten Handlung.

Ferner wurde der Tochter ein Mitverschulden angelastet, da sie keine Badekappe getragen hat. Bei seiner Entscheidung sah das Gericht auch zu berücksichtigen, dass sich junge Frauen ihre Haare oft in „allen schillernden Farben“ färben ließen.

Fundstelle:
Amtsgericht Bad Homburg, Urteil vom 30.06.1998 – 2 C 109/97-10

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