Wenn der Sitznachbar zu dick ist – Passagier verklagt Fluggesellschaft

Das Bezirksgericht in Brisbane (Australien) muss über eine Schadenersatzforderung eines australischen Passagiers gegen Etihad Airways entscheiden. Der Vorwurf: Über Stunden hätte er neben einem  übergewichtigen, hustenden Mann sitzen müssen. Deshalb habe er gesundheitliche Probleme bekommen.

Zugetragen haben soll sich die für James Andres Bassos unangenehme Situation 2011 auf einem Langstreckenflug der arabischen Fluglinie Etihad Airways von Sydney nach Dubai. Demnach soll ein übergewichtiger Mann über Stunden neben ihm gesessen haben und dabei viel mehr Platz als üblich eingenommen haben. Weitere Vorwürfe: Der Mann soll gehustet und Flüssigkeit vor dem Mund gehabt haben. Aufgrund des dann vorherrschenden Platzmangels soll Bassos Rückenschmerzen bekommen haben, weil er seinen Körper stark drehen und verrenken musste. So berichtet der „Guardian“ mit Berufung auf Gerichtsunterlagen.

Nach fünf Stunden beschwerte sich Bassos beim Flugpersonal, welches sich angeblich weigerte, ihn zu versetzen. Bassos blieb hartnäckig und bekam einen anderen Platz zugewiesen. Trotzdem musste er am Ende aus „Flugsicherheitsgründen“ weitere zweieinhalb Stunden neben dem ungeliebten Sitznachbarn verweilen.

Durch die Anstrengungen, seinen Körper ständig zu verbiegen, um Abstand zum übergewichtigen Mann zu halten, habe sein Rücken Schaden erlitten. Bereits vorher vorhandene Rückenprobleme hätten sich verschlechtert.

Nach Angaben des „Guardian“ weißt Etihad die Forderungen zurück: Es sei nicht ungewöhnlich, dass übergewichtige Passagiere mehr Platz einnehmen als gewöhnlich, oder dass Fluggäste husten. Das Gericht hat Bassos nun zunächst aufgefordert, im Dezember eine medizinische Untersuchung zu durchlaufen.

Fundstelle:
spiegel.de vom 30.07.2015

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