Der falsche „Polizeirat“ und das „sauschlechte“ Essen

Ein arbeitsloser Münchner war in Konflikt mit dem Kellner eines Restaurants gekommen, nachdem er das Essen für ungenießbar hielt. Als der Kellner die Polizei rufen wollte, sagte der Mann, das hätte keinen Sinn. Er sei als „Polizeirat“ Vorgesetzer der Polizisten.

Am 28.7.2015 verurteilte das Amtsgericht München einen 51-jährigen Münchner wegen Missbrauchs von Titeln zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 15 Euro, also zur Zahlung von 1350 Euro.

Der arbeitslose Münchner besuchte am 10.01.2013 um 3 Uhr nachts ein Wirtshaus im Zentrum von München. Er beschwerte sich über das Essen, da es – um mit seinen Worten zu sprechen – „sauschlecht“ war. Es kam mit der Bedienung zu einer Auseinandersetzung. Da der Gast nicht bezahlte, wollte der Kellner die Polizei holen. Da sagte der Münchner zu ihm, dass er ein Polizeirat sei und es keinen Sinn mache, die Polizei zu rufen, da er der Vorgesetzte sei. Er zeigte dem Kellner dann mehrere Fotos von sich in Polizeikleidung.

Beim Strafprozess sagte der Münchner der zuständigen Richterin, er sei Laiendarsteller. Er habe bereits bei „K11“ und „Rosenheim Cops“ als Kleindarsteller mitgewirkt.

Das Gericht hielt ihm zu Gute, dass er ein volles Geständnis abgelegt hat und dass er bei dem Vorfall leicht angetrunken war. Die Tat hatte auch keine weiteren Auswirkungen. Er hat die Rechnung nachträglich bezahlt. Allerdings ist er bereits mehrfach vorbestraft und ist, nachdem er die Anklage erhalten hat, für zwei Jahre untergetaucht, da er Angst vor einem Bewährungswiderruf hatte. Er hat sich jedoch am Ende selbst dem Verfahren gestellt.

Das Urteil ist rechtskräftig.

Fundstelle:
Presssemitteilung des Amtsgerichts München (Monika Andreß) vom 21.09.2015
Urteil des Amtsgerichts München vom 28.07.2015, Aktenzeichen 853 Ds 267 Js 132513/13.

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