Gericht verurteilt Mann, Urteil gegen sich 30 Tage lang täglich zu tweeten

Ein spanisches Gericht verurteilte einen Angeklagten unter anderem dazu, ein gegen ihn ergangenes Urteil wegen Beleidigung 30 Tage lang einmal täglich auf seinem Twitter-Account zu veröffentlichen.

Als Chef einer spanischen Verbraucherrechtsorganisation veröffentlichte der Mann zuvor mehrfach beleidigende Tweets gegen Konkurrenten. Das Gericht in Sevilla war davon überzeugt, dass der Mann seinen Twitter-Account über einen Zeitraum von zwei Jahren dazu nutzte, um gegen Konkurrenten zu hetzen, sowie Gerüchte und Unwahrheiten zu verbreiten.

Das Urteil legt genau fest, zu welchen Zeiten der Mann das gegen ihn ergangene Urteil bei Twitter veröffentlichen muss:  Er hat die Wahl zwischen Morgens um 9 Uhr bis 14 Uhr oder Abends zwischen 17 und 22 Uhr. Nachdem die Richter davon gewusst hatten, dass das Urteil 4 Absätze enthält und länger als die erlaubten 140 Zeichen in einem Tweet ist, wurde der Mann dazu angewiesen, ein entsprechendes Tool zu benutzen, welches die Zahl der erlaubten Zeichen erhöht. Darüber hinaus wurde der Mann dazu verurteilt, 57 besonders beleidigende Kurznachrichten von seinem Profil zu entfernen und knappe 4000 Euro Schadensersatz zu zahlen.

Letzte Woche wurde dieses Urteil auch in zweiter Instanz bestätigt. Daraufhin fragten mehrere Twitter-User den Mann, wann er damit beginnt, das Urteil zu veröffentlichen. Seine Antwort: „Niemals“

Fundstelle:
The Guardian

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