Vermieter als Freund präsentiert – Gericht versagt Wohngeld nach Teilnahme an Show „Frauentausch“

Nachdem eine 48-Jährige Berlinerin in der TV-Sendung „Frauentausch“ auf RTL 2 ihren Vermieter als Lebenspartner präsentiert hatte, bestätigte das Verwaltungsgericht Berlin die Ablehnung des Antrages auf Wohngeld seitens des Bezirksamtes Neukölln.

Zuvor hatte die Berlinerin Anfang 2014 einen Antrag auf Wohngeld für sich und ihre beiden Kinder gestellt, bei welchem sie einen Mietvertrag beilegte. Danach erkannte eine Mitarbeiterin des Bezirksamtes die Antragstellerin auf RTL2 in einer Programmankündigung einer Folge „Frauentausch“ wieder. In dieser Folge stellte die Dame ihren Vermieter als Partner vor, den sie über eine Partnervermittlung kennenlernte und der „ihre ganz große Liebe“ sei. Daraufhin stellte das Wohngeldamt eine Nachfrage an die Produktionsfirma dieser Sendung. Die Firma antwortete, dass während der Dreharbeiten und zuvor im Casting der Vermieter und die Mieterin als Paar aufgetreten sind. In der Folge wurde der Antrag auf Wohngeld seitens des Amtes abgelehnt. Dagegen klagte die 48-Jährige.

Begründet wurde die Klage in erster Linie damit, dass die Dame nur mit dem Vermieter befreundet sei, mit ihm aber keinesfalls in einer eheähnlichem Gemeinschaft lebe, sondern allenfalls eine Wohngemeinschaft bilde. Bei dem Casting und während den Dreharbeiten habe man lediglich so gespielt, als sei man ein Liebespaar.

Nach Inaugenscheinnahme der Folge durch die Verwaltungsrichter waren diese der Meinung, dass der Antrag auf Wohngeld missbräuchlich sei, weil aus der entsprechenden Folge der TV-Sendung „Frauentausch“ hervorgehe, dass die Antragstellerin mit dem Vermieter als Paar zusammenlebe. Die Klage der Berlinerin, die das Bezirksamt verpflichten wollte, das Wohngeld auszuzahlen, wurde daher abgewiesen. Das Gericht lies dabei offen, ob die beiden wirklich schon bei Beginn der Dreharbeiten ein Paar waren. Schlussendlich räumte aber die Klägerin ein, dass der Vermieter zu den Dreharbeiten in die Wohnung der Klägerin eingezogen sei und auch nach deren Ende weiter bei ihr gewohnt habe.

Gegen das Urteil kann die Berlinerin einen Antrag auf Zulassung der Berufung beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg stellen. Ob sie davon Gebrauch macht, ist bisher nicht bekannt.

Fundstellen:
Berlin.de vom 15.09.2015
Verwaltungsgericht Berlin, Urteil vom 08.09.2015, Az. VG 21 K 285.14
LTO.de vom 15.09.2015

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