Weil die Farbe des Kinderspielzeugs nicht gefällt: Nachbarin klagt erfolgreich auf Entfernung

Die zehnjährige Emely und auch andere Kinder des Mehrfamilienhauses spielten gerne mit der blauen Schaukel oder planschten im blauen Pool. Doch damit ist es jetzt vorbei. Eine Nachbarin zog vor Gericht und forderte die Entfernung der Gegenstände. Mit Erfolg. Für die Sondernutzung hätten die Mutter des Kindes die Zustimmung aller Parteien im Haus benötigt. Diese Zustimmung verweigerte die 69-Jährige aber.

Die alleinerziehende Mutter bewohnt mit Emely eine Erdgeschosswohnung in einem Mehrfamilienhaus. Für den Garten ist ihr ein Sondernutzungsrecht eingeräumt. Bei der aufgestellten Schaukel und dem Pool handelt es sich aber um eine bauliche Veränderung. Diese ist nicht vom Sondernutzungsrecht gedeckt, sondern bedarf der Zustimmung aller Parteien im Haus. Eine Nachbarin aus dem ersten Stock verweigerte die Zustimmung und gab als Grund an, dass ihr die Farbe des Pools und der Schaukel nicht zusage. Schließlich klagt sie auf Entfernung der Einrichtungen.

Ein Gerichtssprecher des Landgerichts Dortmund führte in einem RTL-Interview aus: „Das Sondernutzungsrecht gibt nicht das Recht, die Gartenfläche optisch umzugestalten, es sei denn, dass alle zustimmen“.

„Ich bin ganz traurig und auch wütend“, sagt die Zehnjährige, während ihre Mutter der Verpflichtung, die Spielzeuge abzubauen, nachkommt. „Als das Urteil kam, war ich entsetzt, wie ein Richter so etwas entscheiden kann“, sagte Mutter Nicole Hemmer.

Gegenüber RTL verweigert die klagende Nachbarin jeden Kommentar. Das junge Mädchen und ihre Freundinnen haben Angst, dass nun vielleicht auch noch das Trampolin entfernt werden muss. Es ist nämlich ein blaues Trampolin.

Fundstelle:
rtl.de vom 26.09.2015

Schlagworte:
, , , , , , ,