Wenn das Frühstück mal länger dauert – US-Lehrer kam 111-mal zu spät zum Unterricht – Kündigung?

Wenn es beim Frühstück mal wieder länger dauert – aber gleich 111-mal? Einem Lehrer in den USA wurde deshalb gekündigt – er kam zu spät zum Unterricht. Zu Unrecht, wie eine Schlichtungsstelle jetzt feststellte.

Gegenüber der Nachrichtenagentur AP sagte der Lehrer „Ich muss damit aufhören, morgens zu frühstücken“. Es sei eine schlechte Angewohnheit, die Zeit zu vergessen, wenn er beim Frühstück sitzt. Die Verspätung hätte aber höchstens eine oder zwei Minuten betragen, der Unterricht hätte nicht gelitten. Seine Vorbereitung sei stets gut gewesen.

In den vergangenen zwei Jahren hat sich der Mann über hundertmal verspätet, in diesem Schuljahr 46-mal und im vergangenen Jahr 65-mal, hieß es im Mediationsverfahren am 19. August. Dennoch darf ihm seine Schule im Bundesstaat New Jersey nicht kündigen, entschied ein Schlichter. Die zuständige Schulbehörde hätte ihn zuerst schriftlich auf seine Schwäche hinweisen und ihm 90 Tage einräumen müssen, sich zu bessern, befand die außergerichtliche Schlichtungsstelle. Es sei nicht rechtmäßig gewesen, ihm sofort zu kündigen.

Unterricht geben wird er erst ab Januar wieder können, bis dahin bleibt er suspendiert. Über diesen Umstand sei er zwar „sehr verärgert“, eine Kündigung wäre aber schlimmer gewesen. Nicht verwunderlich: Sein Gehalt an der staatlichen Grundschule in der Stadt New Brunswick beträgt umgerechnet 80.000 Euro im Jahr.

Fundstelle:
spiegel.de vom 31.08.2015

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