Ärztin arbeitet 26 Stunden – an einem Tag! Streit um Rückzahlungsanspruch wegen Abrechnungsbetruges

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) forderte von einer Hausärztin 297.000 DM Honorarrückzahlung. Der Vorwurf: Die Ärztin hätte sich bis zu 26 Stunden Arbeitszeit pro Tag vergüten lassen. Die Frau klagte gegen die Forderung der KVWL vor dem Sozialgereicht Dortmund.

Natürlich verfügt die Medizinerin nicht über magische Fähigkeiten und auch bei ihr hat der Tag nur 24 Stunden. Die bis zu 26 Stunden Arbeitszeit pro Tag ergaben sich durch die überlappende Abrechnung von ärztlichen Leistungen. So könne laut Klägerin etwa neben dem therapeutischen hausärztlichen Gespräch zeitgleich andere Untersuchungsleistungen abgerechnet werden. Außerdem behauptete sie, einzelne Leistungen schneller zu erbringen, als die Vereinigung zeitlich dafür zur Ermittlung des Tagesprofils veranschlagt.

Das Gericht wies die Klage ab. Es erkannte eine gleichzeitige Abrechnung überlappender Leistungen nicht als rechtmäßig an. Ebenso wurde das Argument der Ärztin, dass sie die Leistungen schneller erbringen könnte als veranschlagt, abgewiesen. Die zugrundeliegenden Durchschnittszeiten entsprächen der Arbeit eines erfahrenen, zügigen und geübten Mediziners. In kürzerer Zeit seien die Leistungen nicht ordnungsgemäß und vollständig zu erbringen.

Quellen:
Sozialgericht Dortmund, Az: S 26 Ka 73/99, Urteil vom 26. September 2000
iww.de
Abrechnung aktuell – Ausgabe 12/2000, Seite 5

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