Tante verklagt zwölfjährigen Neffen, weil sie bei der Begrüßung durch diesen stürzte [UPDATE]

Originalmeldung vom 14.10.2015:

Die 54-jährige Jennifer Connell hat am Gericht von Bridgeport (Bundesstaat Connecticut) Klage gegen ihren zwölfjährigen Neffen erhoben, weil er sie bei einer überschwänglichen Begrüßung zu Fall gebracht hatte. Sie forderte 127 000 Dollar (111 000 Euro) Schadenersatz. Nun haben die Geschworenen entschieden.

Bei dem Sturz brach sich die Frau das Handgelenk. Seit dem Vorfall sind mittlerweile etwa viereinhalb Jahre vergangen. Vorausgegangen war dem Treffen eine Einladung des Neffen zu seinem achtem Geburtstag in der Stadt Westport. Für den Jungen war das ein Grund zur Freude: Nach Angaben in der Klageschrift rannte der Neffe in voller „Nachlässigkeit“ und „Sorglosigkeit“ auf die Tante zu, woraufhin diese stürzte und sich das Handgelenk brach,  berichtet die US-Newsseite Daily News.

„Ein vernünftiges achtjähriges Kind hätte gewusst, oder hätte wissen müssen, dass eine so energische Begrüßung (…) den von der Klägerin erlittenen Schaden und Verlust auslösen konnte“, so weiter in der Klageschrift. Aus Justizkreisen wurde bekannt, dass die sechs Geschworenen die Klage nach zwei Verhandlungstagen und einer kurzen Beratung zurückgewiesen haben.

Connell machte klar, sie leider noch immer an den Folgen des Sturzes und dass sie nun eine Narbe am Arm trage. Ihre „Fähigkeiten, die Aktivitäten des Lebens zu genießen“ seien „eingeschränkt“.

Update vom 16.10.2015:

Die Anwälte der Tante sowie diese selbst machten gegenüber Medienvertretern noch deutlich, dass die Dame zur Klage nahezu gezwungen wurde, weil sie die Heilbehandlungskosten der Verletzung nicht selber tragen konnte und ihre Versicherung lediglich den symbolischen Betrag von einem US-Dollar zahlen wollte.

Sie sei keinesfalls eine „Tante aus der Hölle“, wie sie bereits im Internet von einigen Usern bezeichnet wurde, sondern wurde durch das in Connecticut geltende Rechtssystem dazu gezwungen, ihren Neffen zu verklagen, um ihre Versicherung dazu zu bringen, die Heilbehandlungskosten zu übernehmen. Eine direkte Klage gegen die Versicherung sei in diesem Fall nach Angaben ihrer Anwälte nicht möglich gewesen.

Fundstellen:
Sueddeutsche.de vom 14. Oktober 2015
Washington Post vom 15. Oktober 2015

 

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