Betrug kurios – 60.000 Euro in bar gegen Spielgeld mit „Freibier“-Aufschrift getauscht

Zwei Brüder wurden von einem 28-jährigen Betrüger reingelegt. Der Verlust: 60.000 Euro – weil sie davon überzeugt waren, im Austausch dafür 240.000 Schweizer Franken (etwa 220.000 Euro) zu bekommen.

Allerdings lief es nicht nach Plan: Der 28-jährige lieferte den Brüdern keine Schweizer Franken, sondern gebündeltes Spielgeld. Wegen Betruges verurteilte das Amtsgericht Düsseldorf den Angeklagten dafür in Abwesenheit mittels Strafbefehl zu einer Freiheitsstrafe von elf Monaten auf Bewährung und einer Geldauflage in Höhe von 1000 Euro, die an einen Tierschutzverein zu zahlen ist. Hiergegen kann der Angeklagte noch Einspruch einlegen.

Angefangen hatte alles mit einer branchentypischen Visitenkarte am Auto. Das bekannte Angebot: Bargeld für das Auto. Zuerst konnten die Brüder und der Interessent sich nicht auf einen Preis einigen. Daraufhin kam vom „Autohändler“ ein ganz anderer Vorschlag: Wenn er 60.000 Euro in bar aufbringen würde, gäbe es für die beiden Kaufleute im Gegenzug 240.000 Schweizer Franken.

Das Brüderpaar holte sogar noch einen dritten Bargeld-Geber ins Boot für den Tausch. Die wundersame Vermehrung hat dann doch nicht wie vorgestellt geklappt. Als der ältere der Brüder schließlich den 28-Jährigen in einem Restaurant zur Übergabe traf und ihm auch den Eurobetrag vereinbarungsgemäß aushändigte, erhielt er im Gegenzug dicke Bündel mit den vermeintlichen Franken-Scheinen in die Tasche gesteckt. Der „Geldwechsler“ verschwand sogleich aus dem Lokal.

Danach das böse Erwachen: Bei den Scheinen handelte es sich nicht um Schweizer Franken, sondern um 231 etwa gleichgroße Spielgeld-Scheine mit der Aufschrift „Freibier“. Die Brüder gaben an, dass sie der Betrüger nach dem gescheiterten Autokauf „so terrorisiert“ habe und zudem sei er derart redegewandt gewesen – „der brachte einen dazu, Dinge zu machen, die man gar nicht machen wollte“. Dass sie sich hierfür womöglich selbst strafbar gemacht haben könnten, beispielsweise wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung oder Geldwäsche sei den beiden Brüdern nach eigenen Angaben nicht bewusst gewesen. Die 60.000 Euro haben die beiden Männer bis heute nicht zurückbekommen.

Fundstelle:
RP-Online vom 20.11.2015

 

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