Klage gegen Pizzeria wegen fünf Euro – Wenn beide Seiten als Verlierer aus dem Prozess gehen

Das Amtsgericht in Augsburg hatte über die Klage eines Kunden zu entscheiden, der diverse Mängel erfolglos gegenüber seinem Pizzalieferanten gerügt hatte. Mit seiner Klage hatte er teilweise Erfolg, allerdings übersteigen die Gerichtskosten diesen erheblich. Beide Seiten gehen als Verlierer aus dem Prozess.

Der Kunde bemängelte, dass bei einer ersten Bestellung die Schale seines gewünschten Nudelgerichts nur halb mit Nudeln befüllt war. Eine Woche später bestellte der Kunde erneut, dieses mal Pizza. Hier stimmte der angegebene Durchmesser nicht mit dem tatsächlichen überein. Darüber hinaus sei ein spezielles Angebot – ein Reisgericht – zu teuer berechnet worden.

Da die außergerichtlichen Bemühungen des Kunden erfolglos verliefen, erhob er Klage vor dem Amtsgericht Augsburg und beantragte: Für die Nudeln die Hälfte des Preises zurück, für die Pizza die Differenz zu einer kleinen Pizza und für das Reisgericht den Rabatt zurück.

Im Ergebnis ergab das die Klagesumme von fünf Euro. Das Gericht konnte aufgrund der geringen Summe im schriftlichen Verfahren ohne mündliche Verhandlung entscheiden.

Das Urteil: Der Lieferservice muss zwei Euro an den Kunden zurückerstatten. Einen Euro sprach das Gericht für die falsche Abrechnung und einen Euro für die zu kleine Pizza zu.

Darüber hinaus wurde die Klage als unbegründet abgewiesen, da der Lieferservice für die fehlenden Nudeln bereits eine Flasche Rotwein als Entschädigung geliefert hatte. Somit gab es finanziell gesehen keinen Gewinner. Dem Kunden bleiben etwa 140 Euro Gerichts- und Anwaltskosten. Der Pizzadienst hingegen blieb auf eigenen Kosten in Höhe von etwa 100 Euro sitzen und verlor den Kläger als Kunden.

Die Entscheidung ist rechtskräftig.

Fundstelle:
Augsburger Allgemeine vom 30.10.2015

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