Lieber Bankräuber als obdachlos

Der Winter naht und die Temperaturen sinken drastisch. Gerade jetzt wird es unangenehm, für diejenigen, die auf der Straße leben müssen. Ein Mann, dem in Österreich die Obdachlosigkeit drohte, entschied sich daher für einen drastischen Schritt: Per Banküberfall ins geheizte Gefängnis. Dabei musste der 47-Jährige aber feststellen, dass dies nicht so einfach war, wie gedacht.

Wegen eines Streits mit seiner Freundin hat diese den Österreicher vor die Türe gesetzt. Um nicht ohne Dach über dem Kopf den Winter zu erleben, setzte er seinen verrückten Plan in die Tat um. Mit einem Handtuch um seine Hand gewickelt, täuschte er vor, eine Waffe zu haben und bedrohte so den Kassierer einer Bank. Wegen des Alkoholgeruchs des Täters hat der Bankangestellte den Überfallversuch jedoch nicht ernst genommen und ignorierte den Mann. Dieser setzte sich sodann in eine nahe gelegene Bar und wartete auf die Polizei.

Als die Polizei aber nicht erschien, besorgte sich der Steirer ein 20 Zentimeter langes Fleischermesser und kehrte mit diesem in die Bank zurück. Er bedrohte den Kassierer abermals mit den Worten „jetzt ist es kein Schmäh mehr“ und erhielt nun tatsächlich Bargeld. Wieder setzte er sich in die Bar und wartete erneut auf das Eintreffen der Polizei. Diesmal mit Erfolg. Er wurde festgenommen.

Der 47-Jährige ist voll geständig. Dass seine Absicht möglicherweise lediglich war, einen beheizten Lebensraum sowie warme Mahlzeiten zu erhalten, machen den Fall juristisch spannend. Denn für einen Raub müsste man dem Täter in Österreich Bereicherungsvorsatz vorweisen können. Ob dieser hier gegeben ist, sei fraglich. „Der Bereicherungsvorsatz ist bei ihm, wie es ausschaut, aber doch gegeben“, sagte Werner Rampitsch vom steirischen Landeskriminalamt. „Es hat Umstände gegeben, die darauf schließen lassen, dass er den Bereicherungsvorsatz gehabt hat.“ Diese Entscheidung obliegt aber nunmehr dem Gericht.

Fundstelle:
ORF

 

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  • Bill Miller

    da hat wohl jemand zu viel Jean Gabin geguckt:
    Im Kittchen ist kein Zimmer frei (Archimède, le clochard)

    Ist im ganzen aber traurig.