Mit den Stinkefingern unerkannt durch den Blitzer? Falsch gedacht!

Kennzeichen mit Zeitung abdecken, Sonnenblende nach unten – der Plan schien perfekt. Mit ausgestreckten Mittelfingern fuhr ein 26-jähriger Dortmunder so durch die Tempokontrolle in einer 30er Zone in Dortmund. Dabei hat er den Ermittlungseifer der Beamten unterschätzt.

Die Polizei in Dortmund fasst den Sachverhalt so zusammen:

Akribische Ermittlerarbeit der Polizei führte  zur Ermittlung eines Autofahrers, der viel dafür getan hatte, dass genau das eben nicht passiert.

Aber: Viel reicht nicht!

Bereits am 28.10. war der zunächst Unbekannte in einem Pkw Renault Twingo auf der Varziner Straße unterwegs. Offensichtlich hatte er auf dem Schirm, dass in der dortigen 30er Zone gerade eine Verkehrskontrolle stattfindet und sich und das Auto entsprechend vorbereitet.

Gegen kurz nach 19 Uhr war es dann soweit: großer geplanter Auftritt für den Unbekannten. Das daraus entstandene Foto spricht für sich…

Der Mann fuhr durch die Messstelle – bei zulässigen 30 km/h wurde er mit 55 km/h geblitzt. Okay, abzüglich der 3 km/h Toleranz immer noch ein vorwerfbarer Wert von 22 km/h über dem Erlaubten. Also eigentlich 80 Euro, zuzüglich Verwaltungsgebühren und einen Punkt.

So leicht sollte der Twingofahrer allerdings nicht davonkommen. Er fuhr nicht nur zu schnell, er streckte auch während der Fahrt beide Mittelfinger, vermutlich als nett gemeinten Gruß an die Dortmunder Behörden, in die Kamera. Um sich selbst unkenntlich zu machen hatte er dann auch die Sonnenblende noch herunter geklappt. Das Kennzeichen hatte er vorsichtshalber mit einer Zeitung abgedeckt.

Der zuständige Ermittler im Verkehrskommissariat ließ allerdings nicht locker. Als ihm die Bilder vorlagen, versuchte er trotz der vielen Verschleierungsversuche die Identität des Fahrer zu ermitteln – und es gelang.

Mit der Lupe entdeckte der Beamte einen Schriftzug an der Heckscheibe des Twingos, die Inschrift führte die Polizei zum vollständigen Kennzeichen und dann auf die Spur des Fahrzeugbesitzers – der Inhaber eines Fastfood-Lieferservices – und schließlich zu dem Fahrer.

Gestern war es dann soweit: Der ermittelnde Polizeibeamte suchte die Lokalität auf und befragte den sichtlich schockierten Inhaber. Einer seiner Mitarbeiter der auch anwesend war, gab die Tat sofort zu. Allerdings zeigte er sich nicht vollständig einsichtig. Er begründete sein Handeln mit dem Hass auf die Abzocker und wollte den kontrollierenden Behörden damit einen Denkzettel verpassen.

Kurzum: der ermittelnde Beamte zeigte dem Fahrer, ein 26-jähriger Dortmunder, die Folgen auf. Aufgrund des anzunehmenden Vorsatzes wird er wohl mindestens ein doppelt so hohes Bußgeld leisten müssen, zusätzlich zu dem Punkt in Flensburg und den Verwaltungsgebühren.

Zugute zu halten ist ihm allerdings, dass er sich noch bei den Polizeibeamten einer nahe gelegenen Wache entschuldigt hat. Und er wird nicht vergessen: Im Straßenverkehr und bei der Essenauslieferung immer die Hände ans Lenkrad!

Fundstelle:
Pressemitteilung 1612 der Polizei Dortmund (Cornelia Weigandt) vom 12.11.2015

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  • hahahah, geil. Aber der Versuch ehrt in ;)

    • J-d-H

      Ich denke eher, dass ihn der Versuch noch mehr zum Trottel macht, als das zu schnell Fahren sowieso schon…

  • Aleks

    Die sollen lieber mit derselben Eifer die Leute finden, die die Asylheime abfackelt.

    • Justillon

      Asylheime fackeln Leute ab?