Rentner fällt auf Trickbetrüger herein – und wird zu neun Jahren Haft verurteilt

Ein 67 Jahre alter Rentner aus Nordrhein-Westfalen ist anscheinend auf Trickbetrüger hereingefallen – und wurde nun wegen Drogenschmuggels in Japan zu neun Jahren Haft verurteilt.

Der Rentner aus Bad Salzuflen wurde von japanischen Zollbeamten Februar 2015 an einem Flughafen kontrolliert. Dabei fanden die Beamten die entsprechenden Drogen.

Nach Darstellung der Familie des Rentners lief der Fall so ab:

Der 67-Jährige, der vor 45 Jahren aus Jugoslawien nach Deutschland kam und seither in Nordrhein-Westfalen wohnte und bis zu seinem Ruhestand als Arbeiter in der Textilindustrie tätig war, erhielt nur 900 Euro Rente im Monat. Seit einigen Jahren kam es immer wieder dazu, dass der Rentner Briefe und E-Mails von Trickbetrügern erhielt – solche wie sie wahrscheinlich jeder von uns schon mal erhalten hat. Seine Familie und vor allem sein Sohn sagten ihm bei Gelegenheit mehrfach, er solle diese Schreiben ignorieren, es würde sich offensichtlich um Betrüger handeln.

Ein Schreiben ging dem 67-Jährigen allerdings dann nicht mehr aus dem Kopf: Darin hieß es, ein reicher Japaner habe verfügt, dass nach seinem Tod sein großes Vermögen an bedürftige Menschen in aller Welt verteilt werden solle.  Auf den Rentner würden daher in Japan 50.000 Euro warten, die er einfach abholen könne.

Geblendet von dem Schreiben und unter Geldsorgen ließ der Rentner sich nicht mehr davon abbringen, sein vermeintliches Geld abzuholen. Nachdem ihm in der Folge ein Flugticket und eine Hotelreservierungsbestätigung aus Japan zugesendet wurde, hat er die Warnungen seiner Familie ignoriert und ist auf eigene Faust nach Japan geflogen.

Auf der Durchreise von Hong Kong nach Shanghai überreichte dem Rentner dann eine Frau auf einem der Flughäfen unangekündigt und überraschenderweise eine Tasche, die er mitnehmen solle. Es seien nach Angaben der Frau darin Geschenke für Frau und Kinder.

Danach sei der 67-Jährige später in Japan durch die Zollkontrolle gegangen, ohne die Tasche genauer auf ihren Inhalt hin zu überprüfen. In der Tasche seien tatsächlich Geschenke gewesen, allerdings auch geschickt versteckte Drogen, die dann von den Zollbeamten gefunden wurden.

Das Ende der Geschichte: Eine Verurteilung zu neun Jahren Haft sowie 25.000 Euro Geldstrafe vor einem Gericht in Hiroshima.

Fundstelle:
Spiegel.de vom 27.10.2015

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