Streit über angeblich zu kleines Schnitzel endet mit saftigen Geldstrafen

Das Amtsgericht im oberpfälzischen Cham verurteilte ein Ehepaar aus Schwandorf wegen einer handgreiflichen Auseinandersetzung in einem Chamer Restaurant über ein angeblich zu klein geratenes Schnitzel zu zwei Geldstrafen.

Es war im Sommer dieses Jahres, als sich das Ehepaar nicht nur stark verbal, sondern auch tätlich über ihre Bestellung bei einer Bedienung beschwerte. So sollen Ausdrücke wie „Schlampe“ und ähnlich gefallen sein, als das Paar das Lokal verließ und die Bedienung die Verfolgung aufnahm. Zudem sollen sie der Geschädigten auch einen Schlag versetzt haben.

Auch die Polizei, die wegen der nicht bezahlten Rechnung gerufen wurde, gelang es zuerst nicht, das Ehepaar zu beruhigen. Die Beamten mussten ebenso Beschimpfungen über sich ergehen lassen, als sie die Personalien feststellen wollten. Ein Polizist wurde bei der Auseinandersetzung am Finger verletzt. Der Frau mussten letztlich Handschellen angelegt werden.

Im Prozess ging es demnach um vorsätzliche Körperverletzung, Beleidigung, versuchte Nötigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Bei dem streitgegenständlichen Schnitzel handelte es sich nicht um das gewohnte Schweineschnitzel, sondern um ein Rehschnitzel. Es wurde als Wildgericht mit kleinen Fleischstücken serviert.

Der Direktor des Amtsgerichts, Johann Kopp, gab uns telefonisch Auskunft über den Ausgang des Verfahrens: Die 53 Jahre alte Frau wurde zu einer Geldstrafe von 840 Euro (70 Tagessätze zu je 12 Euro) , der ebenfalls 53 Jahre alte Ehemann zu einer Geldstrafe von 1.500 Euro (100 Tagessätze zu je 15 Euro) verurteilt.

Fundstelle:
br.de vom 28.11.2015

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