Der Haarfetischist muss wieder vor Gericht

Haarfetischist

Zum wiederholten Male muss sich ein 35-jähriger Haarfetischist aus einer Gemeinde in der Nähe von Burghausen (Oberbayern) vor Gericht verantworten. Der Mann buchte explizit langhaarige Models für „Fotoshootings“, nutzte die Treffen aber nur, um ihnen die Haare zu schneiden. Dafür versprach er horrende Summen. Bezahlt hat er aber nie. Der verkannte Friseur fand darin seine eigene Art der Befriedigung.

Bereits Mitte 2014 musste sich der 35-Jährige der Justiz stellen. Damals buchte er in zwei Fällen Models und schnitt ihnen die Haare. Dabei versprach er insgesamt eine Gegenleistung in Höhe von 35000 Euro, die die Models aber nie sahen. Das Gericht verurteilte den Mann damals wegen Betruges zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten auf Bewährung, verbunden mit der Auflage, 4000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen und sich einer Therapie in einer Fachambulanz zu unterziehen.

Dem kam der 35-Jährige aber nicht nach. Stattdessen machte er bereits einen Monat nach der Verurteilung weiter wie gehabt. So kontaktiere er bis November 2014 über Facebook und „WhatsApp“ mindestens sieben Frauen und Mädchen aus der Region. Allerdings kam es bei diesen Fällen – anders als bei den bereits abgeurteilten – bis auf einen Fall nicht zu einem Treffen. Er muss sich am 22. Februar vor dem Amtsgericht Altötting – Schöffengericht – wegen Betruges sowie versuchten Betruges in 7 Fällen verantworten.

Fraglich in dem Fall ist, ob der Mann aufgrund seiner Psyche als gemeingefährlich einzuschätzen ist und damit zwangsweise in eine Fachklinik eingewiesen werden kann. Für eine unbefristete Unterbringung gelten aber wegen der Schwere des Eingriffs in die Grundrechte des Betroffenen strenge Anforderungen. Das hierfür zuständige Landgericht Traunstein hatte bei dem Mann eine Unterbringungslage abgelehnt. Die Taten des Angeklagten seien nicht gewichtig genug und es gäbe zudem keine Anhaltspunkte dafür, dass das Verhalten des Mannes in Aggressivität umschlagen könnte. Sein Verteidiger schließt sich diesen Ausführungen an.

Fundstelle:
Passauer Neue Presse vom 30.01.2016

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