„Hallo Polizei, ich will morgen gerne Sex haben“

Sex

Ein potentieller Sexualstraftäter muss sich im nordenglischen York jedes Mal 24 Stunden vorher bei der Polizei melden, wenn er mit einer Person Sex haben möchte. Obwohl er bisher nicht wegen eines Sexualdelikts verurteilt wurde, droht ihm bei Missachtung der Anweisung eine Gefängnisstrafe.

Auf Antrag der Polizei können Gerichte in Großbritannien sogenannte „sexual risk orders“ erlassen, sofern sie eine Person in sexueller Hinsicht für eine Gefahr halten. Eine tatsächliche Anklage oder Verurteilung wegen eines Sexualdelikts ist hierfür nicht erforderlich. Die „York Press“, eine Lokalzeitung aus der gleichnamigen Stadt, berichtet über einen aktuellen Fall, in dem eine solche Anweisung gegen einen Mann erging. Dieser muss nun der Polizei 24 Stunden im Voraus ankündigen, wenn er Geschlechtsverkehr plant.

Bis Mitte Mai soll diese temporäre Verfügung gültig sein, danach wird das Gericht eine erneute Überprüfung vornehmen, ob sie auf die vollen zwei Jahre ausgeweitet wird. Daneben bestehen weitere Mitteilungspflichten dergestalt, dass der Mann neben seinem Aufenthaltsort auch alle internetfähigen Geräte und Mobiltelefone der Polizei melden muss. Bei Verstößen gegen diese Weisung kann eine Gefängnisstrafe verhängt werden.

Nach Angaben des „Independent“ besteht für britische Behörden die Möglichkeit, von den „sexual risk orders“ Gebrauch zu machen, wenn sie die Einschätzung vertreten, dass eine Person eine Gefahr für Kinder oder beeinflussbare Erwachsene darstellt.

Eine Anklage oder Verurteilung wegen eines tatsächlichen Sexualdelikts ist dafür nicht nötig. Die Polizei muss dem Gericht mitteilen, warum sie von der Notwendigkeit einer entsprechenden Verfügung überzeugt ist.

„Wir haben eine alarmierende Anzahl von Vergewaltigungen und sexueller Missbrauchsfälle in diesem Land, die oft sehr schwierig vor Gericht zu bringen sind“, verteidigte die Vorsitzende einer Frauenschutzorganisation die Regelung gegenüber dem „Independent“. „Aus der Forschung wissen wir, dass die Angreifer oft Wiederholungstäter sind und mit diesen gerichtlichen Verfügungen können wir die Öffentlichkeit schützen.“

Fundstellen:
yorkpress.co.uk vom 21. Januar 2016
independent.co.uk vom 22. Januar 2016

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  • Bill Miller

    Grotesk! Keines illegalen Tuns verurteilt aber eine massive Einschränkung des Lebens weil die Vorsitzende einer Frauenschutzorganisation nicht einsehen will, dass es so etwas wie eine Unschuldsvermutung gibt, geben muß.

    • Nimulos Maltibos

      Das is für die Betroffenen wahrscheinlich genauso lustig wie wenn in den USA jemand auf der Sex Offender List landet, massive Einschränkungen bezüglich Wohnort etc hinnehmen muss, von Nachbarn schief angeschaut wird und was sonst noch alles schönes dazugehört, weil er irgendwo mitten in der Nacht in nem Kaff in ner Nebengasse sein Geschäft verrichtet hat, eine Polizeistreife ihn zufällig ertappt und dann ohne Verfahren auf die Liste kommt, weil er sein Anhängsel in der Öffentlichkeit entblößt hatte…

  • Ich bins

    Und was wenn es ungeplant passiert? Soll vorkommen.

    Wie soll es Vergewaltigungen verhindern wenn man Menschen dazu zwingt 24 Stunden vor einem geplanten Sexualakt jemandem Bescheid zu geben? Als ob der dann im Fall der Fälle anruft „Hallo, ich hab vor morgen jemanden zu vergewaltigen“.

    Einen größeren Schwachsinn hab ich noch nie gelesen. Und im Falle dass man vielleicht zu den Männern gehört die ohnehin hässlich sind und deshalb keinen Sex haben ist man dann gleich doppelt verdächtig weil man halt nie anruft um Bescheid zu geben?

  • Du bists

    Ich würd da ja täglich bei der Polizei anrufen. Es wird ja nicht verboten sein, dann am Ende doch keinen Sex zu haben. Man kann den gewünschten Sexualpartner ja nicht zwingen ;o)