Frau gewinnt 2,1 Mio. Euro im Lotto – Ex-Mann will die Hälfte

Lotto

30 Jahre war ein Paar in den Niederlanden miteinander verheiratet. Dann verließ der Mann seine Frau für eine Jüngere. Wenige Monate danach gewinnt die Noch-Ehefrau 2,1 Millionen Euro im Lotto. Ein Amsterdamer Familiengericht musste klären, ob dem Ex-Mann ein Anteil am Gewinn zusteht.

Das zuständige Gericht in Amsterdam entschied in seinem Urteil, dass der Mann nicht die Hälfte von dem Lottogewinn seiner Frau bekommt. Zur Begründung führte es aus, dass das Vermögen der gemeinsamen Zugewinngemeinschaft bereits im Oktober 2014, fünf Monate vor dem Lottogewinn, festgestellt worden war. Der Lotto-Gewinn zähle somit nicht mehr dazu. Ohne Belang sei es weiterhin, dass die Scheidung formal erst im Juli 2015 ausgesprochen wurde. Zumal die beiden damals schon seit zwei Jahren getrennt waren.

Allerdings geht der Ex-Ehemann nicht ganz ohne Gewinn aus der Sache: Seine Ex-Frau hat den Antrag auf Unterhalt zurückgezogen.

Doch wie wäre die Rechtslage denn in Deutschland?

2013 hatte der unter anderem für das Familienrecht zuständige XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs entschieden, dass auch ein von einem Ehegatten in dem Zeitraum zwischen Trennung und Zustellung des Scheidungsantrags gemachter Lottogewinn im Rahmen des Zugewinnausgleichs zu berücksichtigen ist.

Ein während der Zeit des Getrenntlebens von einem Ehepartner erzielter Lottogewinn könne nicht als privilegierter Vermögenszuwachs angesehen werden, schon weil diesem Vermögenserwerb keine der Erbschaft oder Schenkung vergleichbare persönliche Beziehung zugrunde liegt. Zum anderen hatte der Bundesgerichtshof entschieden, dass die Zahlung des Zugewinnausgleichs wegen grober Unbilligkeit nicht verweigert werden kann. Allein eine längere Trennungszeit der Ehegatten im Zeitpunkt des Vermögenserwerbs begründet noch keine unbillige Härte der Ausgleichspflicht.

In dem entschiedenen Fall ging es um einen Lottogewinn in Höhe von einer knappen halben Million Euro. Der Frau stehen nach der Entscheidung 242.500 Euro zu. Ihr Ex-Mann, der im Lotto gewonnen hatte, musste darüber hinaus die Kosten des Verfahrens tragen, rund 66.000 Euro.

Fundstellen:
Welt.de vom 30.11.2015
Bundesgerichtshof, Pressemitteilung  Nr. 172/13 vom 16.10.2013
Süddeutsche.de vom 16.10.2013

Schlagworte:
, , , , ,