Wenn die Justiz einen Vogel hat

Vogel

Ein 35-jähriger Mann hat in den Briefkasten des Amtsgerichts Frankfurt einen toten Vogel geworfen. Dafür gab es nun wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung einen Strafbefehl mit einer Geldstrafe von insgesamt 3000 Euro.

Ein Bediensteter des Amtsgerichts Frankfurt erlitt bei dem Anblick und der Berührung der toten Elster, welche bereits von Maden befallen war, ein „länger anhaltendes Ekelgefühl“. Daher sei der Tatbestand der Körperverletzung erfüllt.

Die Sachbeschädigung resultiere in der Beschmutzung der eingegangenen Post durch den Kadaver, sagte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt beantragte daraufhin einen Strafbefehl über 150 Tagessätze zu je 20 Euro. Diesen hat folglich das Amtsgericht Frankfurt dann auch erlassen.

Der Übeltäter wurde beim Einwerfen des toten Vogels von einer Videokamera gefilmt. Er akzeptierte den Strafbefehl, dieser ist bereits rechtskräftig.

Fundstellen:
LTO.de vom 05.02.2016
Amtsgericht Frankfurt, Az. 8940 JS 2515 45/14

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  • Non Nomen

    Was sagt denn der Datenschutzbeauftragte zur Videoüberwachung des -sicherlich öffentlich zugänglichen- Justizbriefkastens?

  • PWCM

    Welcome to Pussy-World!
    Nach Haare abschneiden und anrauchen ist nun auch noch „[durch] ein „länger anhaltendes Ekelgefühl“ […] der Tatbestand der Körperverletzung erfüllt.“?!?
    Erkenne darin nur ich eine Perversion des Rechts, den (weiteren) Missbrauch eines Tatbestands? Oder sind das nur die Verlustängste eines priviledged white christian male bzgl. seiner Privilegien (Welcher eigentlich?)?

    P.S. Hätte es nicht „grober Unfug“ o.Ä. getan?