Beamter kommt 6 Jahre lang nicht zur Arbeit – Geldstrafe

Beamter

Ein Beamter hat es in Spanien geschafft, 6 Jahre lang unbemerkt nicht zur Arbeit zu gehen. Dafür gab es aber nun zumindest eine Geldstrafe von 27.000 Euro.

Was war passiert?

Der 69-jährige Joaquin G. hat offiziell bei einem städtischen Wasserwerk gearbeitet und ist mittlerweile bereits in Rente.

Sein Chef sagte vor Gericht aus, er habe den Beamten 6 Jahre lang nicht mehr gesehen, obwohl deren Büros gegenüber waren. Dabei soll es lediglich an einer „mangelhaften Abstimmung“ gelegen haben, dass seine 6-jährige Abwesenheit nicht aufgefallen sei.

Zuvor hatte man den Mann von der Stadtverwaltung in die Wasserwerke versetzen lassen, dort sollte er den Bau einer Kläranlage überwachen.

José Blas Fernández, ein ehemaliger Stadtrat, sagte aus: „Im Rathaus glaubte man, er sei bei den Wasserwerken und der Direktor der Wasserwerke wähnte ihn in der Stadtverwaltung“.

Der ehemalige Beamte selbst sagte vor Gericht aus, er sei Opfer einer „politischen Mobbingkampagne“ geworden, man habe ihn nämlich lediglich aus politischen Gründen auf einen inhaltsleeren Posten versetzt, um ihn „mundtot“ zu machen und ihn loszuwerden. Obwohl er nie etwas zu tun gehabt habe, sei er dennoch ab und zu im Büro erschienen und habe dann die Zeit mit philosophischer Literatur totgeschlagen. Dass er dafür 6 Jahre lang bezahlt worden sei, obwohl er nie eine Aufgabe erledigt hat, bestreitet er aber.

Als Geldstrafe hat das Gericht sein ehemaliges Nettogehalt eines Jahres festgesetzt: 27.000 Euro. Ein höherer Betrag sei aus rechtlichen Gründen nicht mehr möglich gewesen.

Besonders kurios: Die 6-jährige Abwesenheit ist seinem Vorgesetzten erst aufgefallen, als der Beamte von ihm eine Auszeichnung für seine 20-jährige Dienstzeit erhalten sollte.

Fundstellen:
BBC.de vom 12.02.2016
LTO.de vom 12.02.2016
Spiegel.de vom 12.02.2016

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