VG Gelsenkirchen: Gänse dürfen getötet werden, wenn sie danach gegessen werden

Gelsenkirchen

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat mit Beschluss vom 05.02.2016 entschieden, dass die Stadt Bochum das Töten von Gänsen zum Anlass des traditionellen Gänsereitens am Rosenmontag nicht zu untersagen braucht.  Das anschließende Verzehren der Tiere sei ein vernüntiger Grund für das vorherige Töten.

Bei dem Brauch des traditionellen Gänsereitens werden in Bochum-Wattenscheid in den Ortsteilen Höntrop und Servinghausen von Vereinen zuvor getötete Gänse an den Füßen zwischen zwei Bäumen aufgehängt. Danach versuchen mehrere Reiter, der Gans im Galopp den Kopf abzureißen. Anschließend werden die Gänse noch verzehrt. Diese Veranstaltung findet jährlich an Rosenmontag statt.

Tierschützern ist dieser Brauch seit Jahren ein Dorn im Auge. Diese sind der Ansicht, dass die Gänse ohne vernünftigen Anlass grundlos getötet werden.

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung der Tierschützer abgelehnt, mit dem die Stadt Bochum verpflichtet werden sollte, das Töten von Gänsen für das am Rosenmontag in Bochum geplante Gänsereiten zu untersagen.

Das Gericht war der Ansicht, dass der Verzehr der getöteten Gänse anlässlich des Brauches einen vernünftigen Grund für das vorherige Töten darstellt. Die Kammer hat sich in ihrer Entscheidung unter Auseinandersetzung mit den angesprochenen tierschutzrechtlichen Belangen maßgeblich davon leiten lassen, dass ein Verbot des Tötens der Gänse den Ausfall des Gänsereitens für das Jahr 2016 zur Folge gehabt hätte. Nach Abwägung der betroffenen Interessen hat es dem Interesse an einer Durchführung der jahrhundertealten Tradition den Vorrang vor den geltend gemachten Tierschutzinteressen eingeräumt, insbesondere weil in den vergangenen Jahren mehrfach Versuche gescheitert waren, die Veranstaltung zu verbieten. Deshalb hat die Kammer den Schutz des Vertrauens auf eine Durchführung des diesjährigen Gänsereitens höher bewertet, als das Interesse an dem erst kurzfristig vor der Veranstaltung beantragten Verbot.

Das Deutsche Tierschutzbüro kündigte auf Anfrage die Prüfung weiterer rechtlicher Schritte an. Gegen den Beschluss können die Tierschützer Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Münster einlegen.

Fundstellen:
LTO.de vom 05.02.2016
Pressemitteilung des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen vom 05.02.2016
Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, Beschluss vom 05.02.2016, Az. 16 L 221/16

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  • Anti-SJW

    Kann man nicht lieber endlich diese Wohlstands-Möchtegernbessermenschen verbieten? Wo sind die denn, wenn Tiere geschächtet werden (dürfen!!)?

  • Anti-SJW

    Ein positives Beispiel, vielen Dank!

    …das mich um so schockierter zurück lässt!

    Dass ausgerechnet die Juden (IKG in AT == „Israelitische Kultusgemeinde“) sich mit ihren grössten Feinden und Hassern (nach Überwindung des NS: die Araber) gemein machen! Immerhin verwendet die IKG den Begriff „antisemitisch“ korrekt: Semiten sind nicht nur die isrealitischen Juden, sondern sehr viele (fast alle?) Araber. Ein Bann von geschächtetem Fleisch ist im wahrsten (-dem undogmatischen!) Sinne des Wortes antisemitisch.
    Es ist vielleicht ein ähnlicher Konflikt, wie bei der Beschneidung von Jungen, bei der D bekanntlich ‚einknickte‘.