Anwalt klagt gegen Gott wegen Frauendiskriminierung

Frauendiskriminierung

Der Anwalt Chandan Kumar Singh reichte im indischen Bundesstaat Bihar Klage gegen den Hindu-Gott Rama ein. Der Vorwurf gegenüber der Gottheit: Frauendiskriminierung. Das Gericht sah keinen Grund, sich mit der Klage ernsthaft zu befassen. Singh droht nun selbst Ärger: Er wurde von einem Kollegen verklagt, der sich durch Singhs Klage in seinen religiösen Gefühlen verletzt sieht.

Nach wie vor ist die Diskriminierung von Frauen in Indien ein erhebliches gesellschaftliches Problem. Massenhafte Abtreibung weiblicher Föten und eine Vielzahl von Vergewaltigungsverbrechen an jungen Frauen stellen die traurige Spitze der Missstände im Land dar.

Der junge indische Anwalt Chandan Kumar Singh gab gegenüber der BBC in einem Interview an, dass einer der Gründe für die diskriminierende Behandlung von Frauen die Beschreibung des Wirkens des Gottes Rama in den heiligen Schriften der Hindus sei. Diese habe seine eigene Frau Sita ungerecht behandelt.

Mit seiner Klage wegen Frauendiskriminierung, die er im Januar am Chief Judicial Magistrate von Sitamarh einreichte, will er erreichen, dass das Verhalten offiziell gesellschaftlich verurteilt wird. Die Klage richtet sich direkt gegen Gott Rama. Das Gericht sah darin aber keine praktische Relevanz, so dass es zu keiner Entscheidung kommen wird.

Eine Entscheidung könnt es aber in einem neuen Verfahren geben, dass sich gegen Chandan Kumar Singh selbst richtet. In die Wege geleitet hat es sein Anwaltskollege Ranjan Kumar Singh, welcher sich durch die Klage gegen Gott Rama in seinen religiösen Gefühlen verletzt sieht. Er klagt wegen Beleidigung und fordert darüber hinaus, seinem Kollegen die Anwaltszulassung zu entziehen.

Seit Erfindung der Götter wenden sich die Menschen mit ihren Bitten an ihre Gottheiten. Nur selten werden die Götter selbst Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. So klagte in den Vereinigten Staaten der damalige Senator Ernie Chambers beim Bezirksgericht Omaha gegen Gott, weil dieser über die Bewohner der Erde Tod, Zerstörung und Terror gebracht habe. Auch hier wurde die Klage vom zuständigen Richter als unzulässig abgewiesen, da es keine Möglichkeit gebe, Gott die Anklageschrift zuzustellen, da seine Adresse unbekannt sei.

Fundstelle:
hpd.de

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