Zu laut neben Polizisten gerülpst – 70 Euro Strafe

gerülpst
Foto: taken by me - wikimedia - GFDL (bearbeitet)

Ein 27-jähriger Barkeeper aus Wien wurde angezeigt, weil er am 7. Februar am Wiener Praterstern öffentlich zu laut gerülpst haben soll. Nun soll er dafür 70 Euro Strafe zahlen – wegen einer „Anstandsverletzung“.

Edin M. nahm die Anzeige einerseits mit Unverständnis, andererseits aber auch mit Humor auf. Der Mann hatte öffentlich zu laut gerülpst und dabei das Pech, dass neben ihm gerade ein Polizist als „Ohrenzeuge“ stand. Den Beamten nahm er selbst zunächst gar nicht wahr.

Der Beamte wertete den lauten Rülpser jedoch als Vergehen gegen § 1 des Wiener Landessicherheitsgesetzes. Dieser lautet auszugsweise: „Wer den öffentlichen Anstand verletzt (…) begeht eine Verwaltungsübertretung und ist mit Geldstrafe bis zu 700 Euro, im Falle der Uneinbringlichkeit mit einer Ersatzfreiheitsstrafe bis zu einer Woche zu bestrafen.“

Dem Barkeeper flatterte anschließend diese Strafverfügung ins Haus. Er soll „den öffentlichen Anstand durch zu lautes Rülpsen nächst der Polizeibeamten“ verletzt haben.

Quelle: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10153325869356892&set=a.10150369768846892.354400.690956891&type=3&theater
Quelle:  https://www.facebook.com/edin.mehic.731

Auf Facebook erklärt der Barkeeper den Vorfall unter anderem damit, dass er sich zuvor einen Döner, scharf mit Zwiebeln, gekauft habe und daher kurzzeitig die Kontrolle verloren habe. 20 Meter weiter habe er eine Hand auf seiner Schulter gespürt und von einem Polizisten gesagt bekommen, er werde wegen einer „Anstandsverletzung“ angezeigt. Er sei sich dabei anfangs nicht sicher gewesen, ob der Beamte „von Greenpeace ist“ und ob er selbst vielleicht zu viel CO2 ausgestoßen habe.

Zum Abschluss sagt er der Polizei:

„Also wenn die Wiener Polizei echt keine anderen Sorgen hat, als Menschen aufzuhalten, die rülpsen, dann bin ich mir sicher, dass auch weiterhin der „schöne“ Wiener Praterstern Tatort von Verbrechen sein wird. Man bekämpft hier kein Verbrechen, sondern schikaniert Einwohner und bittet diese zu Kasse.

Achja und liebe Polizei: Ich danke euch für eure Ambition das Problemviertel sicherer gemacht zu haben. Die Probleme sind mit dieser Strafverfügung gelöst.“

Der junge Mann kündigte gegenüber Justillon an, die geforderten 70 Euro nicht freiwillig bezahlen zu wollen und stattdessen Einspruch einzulegen. Sein letzter Rülpser wird es bestimmt auch nicht gewesen sein.

Fundstelle:
ORF.at

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