Reichsbürger versenden Briefe für 6 Cent

Briefe

Die Redaktion der Nürnberger Zeitung machte Bekanntschaft mit einer beliebten „Reichsbürgertrickserei“ zum Postversand. Ein Leserbrief erreichte die Zeitung unterfrankiert mit nur zwei 3-Cent Briefmarken. Auf dem Kuvert war der Vermerkt „non domestic F.R.G.“ aufgedruckt. Reichsbürger berufen sich auf den Weltpostvertrag, die Deutsche Post klärt auf.

Verfasser des Leserbriefes zum Thema „Schwarzfahren“ ist Raphael H., der am Schluss seines Schreibens anmerkt: „Sollten Sie für diesen Brief Nachporto bezahlen müssen, lassen Sie es mich wissen. Ich übernehme selbstverständlich die Kosten.“ Das machte die Redaktion der Nürnberger Zeitung natürlich neugierig und der Blick fiel auf den Briefumschlag. Dieser war mit zwei 3-Cent-Briefmarken frankiert. Außerdem enthielt der Umschlag den Aufdruck „non domestic FRG“. Bei dieser so frankierten Sendung musste die Redaktion nach eigenen Angaben kein Nachporto entrichten. Die Sendung wurde ordnungsgemäß zugestellt.

Die Recherche der Redaktion zu dieser außergewöhnlichen Briefsendung führte schließlich zu folgenden Resultaten: Bei den Briefmarken handelt es sich um sog. Ergänzungsmarken, hier mit einem Ergänzungswert von 3 Cent. „Damit nicht aufgebrauchte Briefmarkenbestände weiter verwendet werden können“, heißt es in der Info der Deutschen Post.

Nach dem aktuellen Posttarif muss ein Standardbrief bis 20 Gramm seit Jahresbeginn mit 70 Cent frei gemacht werden. Wie kann der Leserbrief dann mit nur zwei 3-Cent-Briefmarken trotzdem ohne Nachkosten den Empfänger erreichen? Und was bedeutet der Aufdruck „non domestic F.R.G.“? Dieser Begriff steht für „nicht innerstaatlich BRD“. Auf den Reichsbürgerseiten im Internet wird dargelegt, dass dieser Brieftarif das Resultat eines Abkommens zwischen dem Deutschen Kaiserreich und dem Weltpostverein aus dem Jahr 1875 sowie dem Reichspostgesetz von 1871 sei.

Da nach Ansicht der Reichsbürger völkerrechtlich noch die Gesetze des Deutschen Reiches gelten, müsse die „Bundespost entsprechend gekennzeichnete Briefe für ermäßigtes Porto“ befördern. Die Deutsche Post hingegen stellt klar: „Das Gerücht, wonach laut Weltpostvertrag Briefe auch dann befördert würden, wenn sie nur mit 3 oder 4 Cent frankiert sind, entspricht nicht den Tatsachen.“ Der Weltpostvertrag besage gar nichts über nationale Preise und Tarife. Er regele ausschließlich die Endvergütungen für grenzüberschreitende Sendungen. Und dabei wiederum würden die Vergütungen zwischen Postunternehmen geregelt, nicht die Preise für die Kunden/Absender.

Der Leserbriefschreiber hatte demnach einfach nur Glück, dass seine Sendung bei täglich 64 Millionen Briefen einfach durchgerutscht ist. Die „unterfrankierte Beförderung“ dient somit nicht als Beweis für die Reichsbürger-Theorie.

Zum Schluss erwähnt die Nürnberger Zeitung noch eine Aktion der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung aus 2014: Damals wurden in einem Experiment zwölf erheblich unterfrankierte Briefe versandt. Neun davon sind ordnungsgemäß angekommen. Als Ursache machte man damals aus, dass in den Briefzentren der Post keine ausreichenden automatisierten Kontrollen stattfänden. Es scheint so, als wäre das auch heute noch so.

Fundstelle:
Nürnberger Zeitung vom 16.02.2016

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  • Nadine

    Jaja, lügt ihr nuhr!
    Eure webseite ist Bestanddeil der Lügenpresse!!!

    Und fergest nicht Morgen den Beitrag das Gleiwitz von Hitler gemachd wurde und 9/11 die IslaMISTen wahrn!

    • Andreas Oldenburg

      „fergest“ ???
      Wenn es eines Beweises bedurft hätte, daß sog. „Reichsbürger“ geistig eher unterbelichtet sind, dann wäre er mit „fergest“ erbracht !
      Hertzliche Krattullasionn führ ties schöhne Vord !

      • Nadine

        Ja, lacht ihr nuhr!
        Wozu Gutmenchentum fürd wern euch die IslaMISTen schon zeigen!

        Oder sehd in die Geschichde: Was veganes Leben aus unserem gelibten Führer gemacht hat! Nuhr weil er Herzensgut wahr und Tieren kein Leid zufügen konnte.

        • Andreas Oldenburg

          Hitler herzensgut ? Dieser wahnsinnige, einhodige Verbrecher hat den WK 2 und 6 Mio. ermordete Juden zu verantworten, Du Trulla !

          „Reichsbürger“ schön und gut, aber einen geistesgestörten Massenmörder anzuhimmeln – Du bist wirklich nicht die hellste Kerze auf der Torte.

          Und, nebenbei: lern endlich Deutsch, Du Tussi !

          • Nadine

            Siehst Du, Andy,
            man kann nicht nur „Reichsbürger“ vorführen. Auch bei den moralisch überlegenen Bessermenschen ist es mit Differenzierung und Diskussionskultur nicht soooo weit her. :D

            (Es wird übrigens wirklich kolportiert, er sei sehr tierlieb gewesen – die fleischlose Ernährung soll hingegen eher seiner Verdauung zuzuordnen sein)

            @Ich
            War ja eigentlich auch nicht so schwer zu erkennen, oder?

          • Nadine

            @all
            Es war übrigens nicht als Provokation/Trolling gedacht, ich las nur den Beitrag und dachte mir: „Was würde ein RB jetzt wohl dazu schreiben?“.

            Ich glaubte auch, es sei offensichtlich genug.

            P.S. @Andreas Oldenburg: Ich bin kein Reichsbürger, aber falsifizieren kann ich keine ihrer wesentlichen Theorien (prominent: „Besatzungszone“). Sie? Mit seriöser Quelle? Die DDR war ja auch offiziell und gemäss aller eigenen Auskünfte ein absolut souveräner Staat. Selbst die BRD bezeichnete die DDR nur in der Propaganda noch als (Besatzungs)Zone.

    • Ich

      Lol, diese Nadine ist doch Satire?

  • Oberlehrer

    @Nadine: Deutsche Sprache = schwere Sprache? Oder wird Rechtsschreibung, Grammatik und Interpunktion an Reichsbürgerschulen nicht unterrichtet?

  • Andreas Grätz

    Kien Beweis? Das ist doch den Reichsbürgern egal. Und wenn jemand auch nur zufällig in irgend einen Kontext die Wort „Die BRD ist eine Firma“ anordnet, ist das für sie schon mehr Beweis als irgendwelche Fakten oder Dokumente.

  • Hallo Katze,

    leider ist der Link nicht „Systemkonform“ [sic!] und funktioniert daher nicht.

  • Natürlich dürfen Reichsbürger Waffen besitzen und das ist nicht nur deshalb abzulehnen, weil es sich um Reichsbürger handelt. Das hat aber eigentlich gar nichts mit „Reichsbürger“ zu tun, weil es davon unabhängig ist.
    Wenn aber Juristen meinen, dass Reichtsbürger keine Waffen besitzen dürfen, weil es Reichtsbürger sind, dann gibt mir auch das zu denken wer eigentlich mehr Verstand hat und ob ein solcher Staat mit solchen Juristen nicht doch eine Firma ist.

  • Ein Staat, der anderen Staaten echte Probleme macht:
    „Im Urteil von Chelmsford und durch den „diplomatischen Kontakt“
    über die Freilassung von Alexander Achenbach hält er Sealand auch de
    facto durch Großbritannien und die Bundesrepublik Deutschland für
    anerkannt. Weitere Staaten hätten Sealand dadurch anerkannt, indem sie
    mehrfach Sealand-Pässe als Reisepapiere akzeptiert, bestempelt oder
    sogar mit Visa versehen haben.“

    Ich würde sagen, dass ist in etwa gleich wie mit den Briefen. Wenn viel gestempelt wird, dann fällt auch so ein Sealandpass mal nicht auf.