Vater nahm Tochter iPhone ab – Festnahme und Anklage

Über eine kuriose Diebstahlsanklage in Dallas (Texas) berichtet der Sender „CBS-DFW“. Ron Jackson ist Vater einer zwölfjährigen Tochter, die wie viele Kinder bereits ein Handy besitzt. Gegenüber der neuen Partnerin ihres Vaters soll sie beleidigende Nachrichten verschickt haben, was Jackson zum Anlass nahm, ihr als erzieherische Maßnahme ihr iPhone 4S abzunehmen. Doch die Situation eskalierte. Die Polizei erschien daheim und führte den 36-jährigen Vater in Handschellen ab. Schließlich folgte die Anklage wegen Diebstahls. Nun entschied ein Richter über den Fall.

Was war passiert?

Ausgangspunkt des Falles ist der Umstand, dass sich der Vater nach der Trennung von der Kindesmutter neu verliebte. Wie oft in solchen Fällen war die zwölfjährige Tochter davon wenig begeistert. Ihren Unmut brachte sie durch weniger schöne Textnachrichten an die neue Partnerin ihres Vaters zum Ausdruck. Davon nahm Jackson Kenntnis und nahm ihr das Handy ab: „Ich reagierte wie ein verantwortungsvoller Vater, um meiner Tochter beizubringen, dass so etwas nicht in Ordnung ist“, gab Jackson gegenüber dem Sender „CBS-DFW“ an.

Das iPhone war ein Geschenk der Mutter des Mädchens, der Vertrag lief allerdings auf den Namen des Vaters. Die Strafe des Vaters hatte zur Folge, dass die Tochter zu einer Freundin flüchtete. Kurz danach stand die Polizei vor Jacksons Tür und forderte ihn auf, das Handy herauszugeben. Jackson verweigerte eine Herausgabe und die Polizei unternahm vorerst nichts weiter. Lange Zeit passierte nichts. Nun verlangte seine Ex-Frau die Rückgabe des Handys, was er aber ebenfalls verweigerte.

So eskalierte die Situation: Die Polizei führte Jackson mitten in der Nacht in Handschellen ab und verbrachte ihn in eine Gefängniszelle. Dort wurde ihm der Vorwurf des Diebstahls eröffnet, es werde gegen ihn Anklage erhoben. Die Staatsanwaltschaft bot eine Einigung an, wenn Jackson das Handy herausgeben würde. Doch dazu kam es nicht.

In einem zweitägigen Prozess wurde Jackson schließlich aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Doch damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende: Jackson will nun seinerseits gegen die Behörden klagen, er fühlt sich ungerecht behandelt. Die Beziehung zu seiner Tochter scheint auf einem absoluten Tiefpunkt. Von ihr bekam er nämlich einen Brief überreicht mit der Forderung, das Sorgerecht aufzugeben, damit sie vom neuen Partner ihrer Mutter adoptiert werden kann 

Fundstelle:
heute.at vom 01.02.2016

Schlagworte:
, , , , , , , , , , ,
  • Caron

    Klingt mehr nach Raub als Diebstahl. Spätestens nachdem die Ex-Frau, die das Gerät bezahlt hat, nach „langer Zeit“ das gerät nicht zurückbekommen hat, hört auch die Erziehung auf.

    • Jessica La Mela

      Also Raub sehe ich da keinen, er hat das Handy nicht mithilfe von Gewalt
      oder durch Drohung von gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben
      weggenommen, somit scheidet Raub definitiv aus…

      • Caron

        Hat er nicht? Mir fällt es ehrlich gesagt schwer, mir vorzustellen, wie ein Gegenstand aus dem Gewahrsam von Person A gegen ihren Willen (sie hat ja unmittelbar die Polizei gerufen) und ohne Heimlichkeit (ich denke nicht, dass der Vater es mittels Taschendiebstahls an sich genommen hat) in den Gewahrsam von Person B kommt, auf eine Einweise, die sich als Diebstahl, aber nicht als Raub qualifiziert. Der wird Ihr das aus der Hand gerupft haben.
        Aber ist eh US-Recht.

        • Jessica La Mela

          Ich würde nicht einfach annehmen, dass er das Handy mit Gewaltanwenung weggenommen hat. Es gibt genug andere Möglichkeiten das Handy so zu bekommen, die einfachste es einfach von der Tochter herauszufordern, oder es vom Tisch nehmen, die Tochter wird das Handy bestimmt mal auf dem Tisch liegen lassen. Zu bedenken ist, dass es sich hier um Vater und Tochter handelt und nicht um Fremde. Auch wenn ich es nicht wollte, habe ich meinem Vater die Sachen die er gefordert hat gegeben, auch ohne Gewaltanwendung seinerseits.
          Außerdem bezweifle ich es, dass es bei Gewaltanwendung zu einem Freispruch des Vaters gekommen wäre…

    • Chris

      Wenn man als Erziehungsberechtigter nach dem Missbrauch eines Geräts im Besitz eines Kindes, dieses nicht aus dem Handlungsbereich des Kindes entfernen kann, dann stimmt sowieso etwas grundlegendes nicht.
      Das ein Familienkrieg sowieso eine dumme Sache ist, sei mal dahin gestellt. Aber gewisse Sanktionsmöglichkeiten müssen Eltern nun mal bleiben.

  • Roger

    Das dümmste in der Kindeserziehung ist, wenn getrennt lebende Eltern sich so über das Kind hinweg bekriegen.