Am Steuer telefoniert oder mit dem Handy hinter dem Ohr gekratzt?

mit dem Handy hinter dem Ohr gekratzt

Telefonieren während der Autofahrt wirkt sich negativ auf Konzentration und Reaktion aus und ist deshalb schon seit Jahren verboten. Neben einem Bußgeld winkt dem telefonierenden Verkehrsteilnehmer auch ein Punkt in Flensburg. Mit einer kreativen Erklärung entging der Fahrer im vorliegenden Fall der Strafe.

Schon seit Jahren regelt § 23 StVO das Handyverbot am Steuer. Viel zu groß ist der negative Einfluss durch die Ablenkung des Telefonierens auf den KFZ-Fahrer. Nur mit einer Freisprecheinrichtung, die es erlaubt, ohne Aufnahme und Festhalten des Telefongeräts zu telefonieren, darf im Auto ein entsprechendes Gespräch geführt werden.

Vor dem Amtsgericht Leverkusen wehrte sich ein Mann gegen die drohende Strafe. Warum er mit dem Handy am Gesicht erwischt wurde, erklärte er außergewöhnlich: Er habe starke Akne und das Mobiltelefon genutzt, um eine juckende Stelle hinter dem Ohr zu kratzen.

Der als Zeuge vernommene Polizist konnte nicht nachweisen, dass der Fahrer das Telefon tatsächlich als solches benutzt habe. Auch konnte sich der Richter von den Hautproblemen des Beschuldigten überzeugen. Das Ergebnis ist ein in dergestalt gelagerten Fällen seltenes: Die Beschuldigung wurde fallengelassen. „Im Regelfall sind die Richter sehr unnachgiebig und man hat eher eine geringe Chance.“ Es reiche im Grunde genommen, das Handy in der Hand zu halten, „aber es gibt Richter, die wohlwollend entscheiden“, so Lars Kriebel, Anwalt für Verkehrsrecht.

Fundstelle:
WAZ vom 03.03.16

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  • raddi

    Mal wieder lapidar inkonsequent (und falsch!) kommentiert: „Telefonieren während der Autofahrt … ist deshalb schon seit Jahren verboten.“ Nö! Ist es nicht! Steht dann einen Absatz weiter auch korrekt da.

    Aber: wenn sich telefonieren „negativ auf Konzentration und Reaktion auswirkt“, gegen welches dieser negativen Auswirkungen sollte eine Freisprecheinrichtung hilfreich sein?

    • Nimulos Maltibos

      Gegen das Belegtsein der Hand und das aktive „ans Ohr halten“, das erforderlich ist um sicherzustellen dass man auch was versteht (und natürlich dass das Handy nicht runterfällt). Bei einer Freisprechanlage kann man komplett nebenher telefonieren, als ob man sich mit einem Mitfahrer unterhält.