Student zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt

Arbeitslager

Der 21-jährige US-Student Frederick Warmbier soll Medienberichten zufolge vom Obersten Gerichtshof Nordkoreas zu 15 Jahre Arbeitslager verurteilt worden sein. Man wirft ihm vor, Propagandamaterial gestohlen zu haben.

Die Anklage lautet auf „feindliche Aktivitäten“. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtet über die Entscheidung des Obersten Gerichtshof in Pjöngjang. Demnach soll der in Nordkorea festgenommener US-Student Otto Frederick Warmbier von der University of Virginia zu 15 Jahren Haft im Arbeitslager verurteilt worden sein. Er soll sich nach nordkoreanischen Angaben zum Diebstahl von Propagandamaterial schuldig bekannt haben.

So soll Warmbier zugegeben haben, ein Banner mit einer politischen Botschaft aus einem Mitarbeiterbereich seines Hotels in Pjöngjang entwendet zu haben. Eine Mutter eines Freundes soll ihn um „eine Trophäe“ für ihre Kirche gebeten haben. Als Gegenleistung habe sie ihm ein Auto im Wert von 10.000 Dollar versprochen. Für den Fall seiner Festnahme soll seine Familie hingegen 200.000 Dollar bekommen.

Nach nordkoreanischen Angaben zufolge soll Warmbier mit einem Touristenvisum eingereist sein, um die „Fundamente der Einheit“ des Landes zu erschüttern. Dabei habe der Student „unter der Anleitung der US-Regierung“ gehandelt.

Es ist nicht das erste Mal, dass in Nordkorea Ausländer festgenommen und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt werden. Die Inhaftierten werde dann häufig als eine Art Faustpfand eingesetzt und nach Gegenleistungen ausländischer Regierungen wieder freigelassen.

Fundstelle:
spiegel.de vom 16.03.2016

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  • Lexi

    Da hat die DDR ganz ähnlich gemacht. Aber we in so ein Land einreist, ist entweder selbst schuld oder einfach nur naiv. Wenn ich raten müsste, was er studiert, würde ich auf Wirtschaft oder Philosophie tippen. Irgendetwas von der Realität abgehobenes jedenfalls.

  • Lexi

    Da hat die DDR ganz ähnlich gemacht. Aber wer in so ein Land einreist,
    ist entweder selbst schuld oder einfach nur naiv. Wenn ich raten müsste,
    was Warmbier studiert, würde ich auf Wirtschaft oder Philosophie tippen.
    Irgendetwas von der Realität abgehobenes jedenfalls.

  • R. Nüchteter

    Wiewohl das für den Delinquenten unerfreulich ist bin ich sehr froh um die Konsequenz, mit der NK (oder auch RU) gegen Störenfriede (darunter zähle ich ausdrücklich auch viele „NG“O!!) vorgeht.
    Warum? Sehen wir uns alle regime changes nach der Auflösung des Warschauer Paktes an: Es wurde für das einfache Volk immer nur noch schlimmer! Und das hat nicht (nur) mit Islam zu tun -> siehe Ukraine.
    Eine Regierung, die hart gegen zersetzerische Umtriebe vorgeht handelt deshalb durchaus auch im Interesse ihres Volkes – zumindest in Entwicklungsländern und erklärten Feindstaaten der „Guten“.

    Bei Interesse gerne einen Bericht des österreichischen „Staatsfunks“ ORF2 (der Bericht sollte also der „Putin-Propaganda“ unverdächtig sein…) ansehen:
    https://www.youtube.com/watch?v=8-wuUFW17LQ
    Gut investierte 20 Minuten!

  • Andreas Janke

    Gerade US-Amerikaner sollten in Nordkorea die Gesetze beachten. Mit so einem Spinner braucht man kein Mitleid haben. Der wußte vorher, worauf er sich einläßt. Dass man sich an fremdem Eigentum nicht vergreift, sollte sowieso überall Allgemeinwissen sein. Mit einer simplen Frage hätte dieser Trottel sicher einen ganzen Stapel Plakate bekommen. ABER NEIN er muss ja unbedingt zeigen, was er für ein toller Typ ist, mal eben Nordkorea beklauen. Wie toll er ist, kann er jetzt ein paar Jahre in einem Kohlebergwerk zeigen. In drei Jahren spätestens ist er aber sowieso wieder draußen.