Air Berlin, die Hockey-Bundesliga und der traurige Jurist

Wohl jeder, der viel fliegt, dürfte es schon einmal erlebt haben: Die Airline hat es nicht geschafft, das Gepäck in den Flieger zu laden. Am Zielort landet man dann ohne seine Koffer. Am vergangenen Sonntag musste wegen eines solchen Vorfalles ein Hockey-Bundesligaspiel abgesagt werden.

Es hätte ein spannendes Spiel zwischen dem Nürnberger HTC und dem UHC Hamburg werden sollen. Die Hamburger Mannschaft spielte am Vortag in Mülheim an der Ruhr. Von dort ging es per Flugzeug ab Düsseldorf zum Spiel gegen die Nürnberger. Die Hanseaten kamen auch pünktlich an, nur leider ohne Gepäck

Air Berlin habe die Ausrüstung der Mannschaft in Düsseldorf stehen lassen. Die Taschen mit Schlägern und Schuhen, sowie die beiden Torwart-Ausrüstungen haben es nicht zusammen mit den Spielern in den Flieger geschafft. Ein direktes Nachschicken der Spielgeräte war auf die Schnelle nicht mehr möglich.

Den Hamburger Spielern blieb nichts anders übrig, als ohne bestrittenes Spiel zurück zu fliegen. Zwar soll das Spiel im Laufe der Saison nachgeholt werden, doch wirft das verpasste Spiel einige Probleme auf. So verliert eine Mannschaft, die schuldhaft nicht zu einem Spiel antritt nach der Spielordnung des Deutschen Hockey Bundes drei Punkte in der Meisterschaftswertung. Der zuständige Ausschuss hat nun zu prüfen, ob die Hamburger schuldhaft gehandelt haben. Auch hat der Ausschuss zu entscheiden, ob wegen des Ausfalles eines Bundesligaspiels eine weitere Strafe von sechs Punkten verhängt werden soll.

Bei der Entscheidung geht es jedoch nicht nur um Punkte. Zu klären ist auch die Frage, ob die Hamburger finanziell für das verpasste Spiel aufkommen müssen. Konkret geht es dabei um eine Geldstrafe, sowie die Aufwendungen für die Neuansetzung, also die Kosten für die Anreise der auswärtigen Mannschaft, als auch die Schiedsrichterkosten. Sollte ein Verschulden verneint werden, tragen beide Mannschaften die zusätzlich anfallenden Kosten je zur Hälfte.

Besonders hart traf die Absage des Spiels Dr. Christian Deckenbrock. Der Jurist, der als Akademischer Rat an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln tätig ist, hätte das Spiel pfeifen sollen – es wäre sein 400. Bundesligaspiel als Schiedsrichter gewesen.

Air Berlin bedauert den Vorfall und prüft, wie es dazu kommen konnte. Ob Air Berlin beabsichtigt, zumindest die Flugkosten zu übernehmen, ist aktuell noch unklar.

Fundstelle:
LTO vom 05.04.16

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  • Anno Nüm

    Auswahlverschulden, weil die Mannschaft mit Air Berlin geflogen ist?

  • Dr.Schmitz & Partner

    Ein Albtraum für die Bundeslieger. Aber ist es ein Verschulden der Airline? Hat die mit dem Gepäck was zu tun? Ist das nicht der Flughafenbetreiber, der die Verladung des Gepäcks organisiert?

    • Mitleser

      Ich hoffe „Dr. Schmitz & Partner“ ist keine Anwaltskanzlei?!
      Googeln Sie doch bitte mal „Erfüllungsgehilfe“!

      • Dr.Schmitz & Partner

        Wir freuen uns natürlich, Objekt Ihrer Hoffnungen zu sein; müssen Sie aber enttäuschen. Wir sind eine Anwaltskanzlei mit Sitz in Berlin und vor allem die Strafverteidiger unter uns (Spezialisten in der Kategorie „Schuld“) sind bundesweit tätig.

        Die bei uns tätigen Rechtsanwälte haben alle die Befähigung zum Richteramt nach Studium und Referendariat erlangt. Dem „Googeln“ deutlich überlegen ;-)

        Ich lade Sie herzliche zu einem Caffè bei uns in der Kanzlei ein und erläutere gerne bei der Gelegenheit (für Hockeyspieler natürlich kostenlos) die Kategorien „Schuld“ und „Haftung“.

  • LufthundSa