20 Jahre Haft nach Schokoriegel-Diebstahl?

Schokoriegel-Diebstahl

Es geht um Süßigkeiten im Wert von 31 Dollar. Diese soll Jacobia G. in New Orleans gestohlen haben. Für die Justiz im Bundesstaat Louisiana keine Bagatelle mehr, es handelt sich um einen Wiederholungstäter. Dies macht es möglich, den neuerlich begangen Diebstahl als „Verbrechen“ zu qualifizieren. Doch selbst der Richter äußert zu dem möglichen Strafrahmen von bis zu 20 Jahren seine Bedenken.

Es war im Dezember, als ein Ladengeschäft in New Orleans Strafanzeige gegen den 34-jährigen Beschuldigten Jacobia G. erstattet. Der Vorwurf: G. habe Schokoriegel im Wert von 31 Dollar mitgenommen, ohne die Ware zu bezahlen. Ein Delikt, wie es tagtäglich in größerer Anzahl im Land vorkommt. Doch in diesem Fall kein einfaches Vergehen, denn der Beschuldigte ist für die örtliche Justiz kein Unbekannter, wie der „New Orleans Advocate“ im US-Bundesstaat Louisiana berichtet.

Ganze fünfmal zuvor wurde G. bereits wegen Diebstahls verurteilt. Ein spezielles Statut gibt dem Staatsanwalt in solchen Fällen die Möglichkeit, die vorherigen Taten strafschärfend so zu berücksichtigten, dass der Diebstahl als „schweres Verbrechen“ angeklagt werden kann. Damit wären bis zu 20 Jahre Haft möglich. Dagegen werfen die Verteidiger von G. ein, dass ein solches mögliches Strafmaß unverhältnismäßig sei. Zwischen 2001 und 2010 wurde G. mehrfach wegen ähnlicher Taten vor Gericht gebracht. Waren im Wert von 500 Dollar soll G. gestohlen haben. Außerdem habe G. ein Drogenproblem, was ihm ebenfalls eine Anklage eingebracht hat, die gesondert verhandelt wird.

Aber nicht nur die Verteidiger, sondern auch der Richter äußert Bedenken zu dem Fall. Gegenüber der „New Orleans Advocate“ wird der Richter mit den Worten zitiert: „Ist das nicht ein bisschen über das Ziel hinaus? 20 Jahre für ein Snickers, oder zwei, oder drei?„. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP wollte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft keine weiteren Auskünfte zum Fall erteilt. Nur soviel: Der Diebstahl werde als „schweres Verbrechen“ behandelt.

Im Bundesstaat Louisiana gelten harte Regeln für Gewohnheitsverbrecher. Präsident Barack Obama will mit einer Justizreform solche Extremfälle künftig verhindern.

Fundstellen:
TheAdvocate.com
Spiegel.de 

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