Wenn falsche Polizisten auf echte Kollegen treffen

falsche Polizisten
Foto: Trailer Ketapan / Facebook

Zwei junge Männer mit der Rückenaufschrift „Polizei“ auf ihren Jacken und sichtbar getragener Waffe kamen Gästen eines Schnellrestaurants in Augsburg-Göggingen verdächtig vor. Bei der Kontrolle durch mehrere echte Polizeibeamte stellte sich schnell heraus, dass die falschen Polizisten im Rahmen ihres Studiums einen Film drehen. Der Besuch des Restaurants unabhängig der Dreharbeiten hat für einen der jungen Männer Konsequenzen. Gegen ihn wird wegen des Führens einer Anscheinswaffe ermittelt.

Ketapan ist eine Krimi- bzw. Dramaserie mit Elementen des schwarzen Humors. Sie zeigt die Wandlung und den sozialen Niedergang mehrerer Charaktere. So beschreibt der Augsburger Filmstudent und Regisseur David Helmut auf der Facebook-Seite der Produktion den abstrakten Handlungsstrang. Konkret geht es um einen Drogenfahnder, der selbst in den Strudel der Sucht gerät. Ein Drehtag verlief aber nicht ganz wie eigentlich geplant: Zusammen mit fünf weiteren jungen Männern wurde Helmut von schwer ausgerüsteten „echten“ Polizeibeamten überprüft.

Was war passiert?

In einer Drehpause suchte das Team einen nahen Burger King auf, allerdings noch kostümiert mit hessischen Polizeiuniformen (der Pilotfilm spielt in Frankfurt). Darüber hinaus trug ein Komparse eine täuschend echt aussehende Waffe bei sich: „Bei Dreharbeiten vergisst man schnell mal, dass man eine Polizeiuniform und eine unechte Waffe trägt“, so Helmut gegenüber der Augsburger Allgemeinen. Doch Gäste kamen die Verkleidungen und die Waffe dubios vor, die „echte“ Polizei wurde alarmiert. Diese rückte mit mehreren Einsatzwagen an und stellte die Filmcrew noch beim Dreh auf dem Parkplatz des Schnellrestaurants.

Helmut hat Verständnis für das Handeln der Polizei, sei doch ein ernst zu nehmender Hinweis bei der Polizei eingegangen. Es folgte eine gründliche Durchsuchung der falschen Beamten durch die echten Kollegen.„Letztlich hat sich alles geregelt und alle haben sehr gelacht“ sagte Helmut gegenüber der Augsburger Allgemeinen. Für einen Schauspieler steht allerdings ein Ermittlungsverfahren wegen des Führens einer Anscheinswaffe im Raum. Die Filmcrew hofft, dass das Verfahren ohne wirkliche Folgen für den Betroffenen bleibt. Die Entscheidung darüber liegt bei der Staatsanwaltschaft. Der echte Polizeieinsatz ist aber nicht Teil des Films: „Ich musste ja meine Hände hoch halten und kam nicht an die Kamera“, gab der junge Regisseur mit leichtem Bedauern an.

Fundstellen:
Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Schwaben Nord vom 05.05.2016
Augsburger Allgemeine vom 05.05.2016

Schlagworte:
, , , , , , , , , , ,