Iran: Model-Festnahmen wegen Fotos ohne Kopftuch

Kopftuch
Foto: Symbolbild

Andere Länder, andere Sitten: Im Iran wurden kürzlich mindestens 8 weibliche Models festgenommen, weil sie angeblich Mode-Fotos auf Instagram ohne dem obligatorischen Kopftuch veröffentlicht haben sollen. Die dazugehörigen Profile wurden gesperrrt.

Der Einsatz erfolgte unter dem Codenamen „Spinne 2“: Dabei wurden insgesamt 58 Models, 51 Manager und 59 Fotografen identifiziert,  denen von der iranischen Polizei vorgeworfen wird, für die Veröffentlichung von Mode-Fotos ohne Kopftuch im Internet verantwortlich zu sein. Dabei gab es bereits die ersten 8 Festnahmen.

Im Iran ist es nicht nur so, dass Frauen öffentlich Kopftücher tragen müssen, sondern in manchen Geschäften auch weibliche Schaufensterpuppen nicht ohne Kopftuch stehen dürfen. Modezeitschriften sind grundsätzlich verboten. Teilweise werden einige Fashion-Shows heimlich veranstaltet. Seit einigen Jahren nutzen daher viele iranische Models auch Dienste wie Instagram oder Telegram, um Fotos von sich zu veröffentlichen und die Fans an sich zu binden. Viele weibliche Models verzichten dabei mittlerweile auch immer öfter auf ein Kopftuch.

Die Regierung unter Präsident Rohani äußerte sich diesbezüglich zuletzt eher aufgeschlossener, allerdings sind der von überwiegend konservativen Klerikern besetzten Justiz solche Veröffentlichungen ein Dorn im Auge. Die aus westlicher Sicht absolut normalen Bilder stufen sie als eine Gefahr für die Gesellschaft ein, die vom Islam ablenkt. Immer wieder wird im Iran von der Gefahr der „westlichen Kulturinvasion“ gewarnt, sei es durch Musik, Mode oder Filme. Daher kann es auch immer wieder mal vorkommen, dass iranische Darstellerinnen von freizügigen Musik-Videos oder Models zu Peitschenhieben und Gefängnisstrafen verurteilt werden.

Fundstelle: 
Heise.de

Schlagworte:
, , , , , , , , , ,
  • Chris

    Da bekommt „Modepolizei“ gleich eine ganz andere, düstere Bedeutung. Traurig, dass sowas heute noch passiert.