Ein Rap-Battle unter Jura-Professoren

Rap-Battle
Foto: Symbolbild

Jura ist trocken. Juristen verstehen keinen Spaß. Professoren sind spießig. Vorurteile, die sich seit Jahrzehnten halten und sicher auch teilweise ihre Daseinsberechtigung haben. Hier zu generalisieren ist jedoch ein großer Fehler, wie die Jura-Professoren Klaus Peter Berger und Tim Drygala bewiesen haben – mit einem Rap-Battle.

Vorgelegt hatte der Kölner Professor Klaus Peter Berger. Mit seinen Rhymes wollte er den Studenten die Schadensersatzansprüche des § 823 BGB näherbringen. Damit das medienwirksam gelingt, wurde der Rap entsprechend vertont und als Musikvideo produziert.

„823 ist ein leichter Paragraph
ich kenne die Voraussetzungen alle schon im Schlaf

Eigentum, Gesundheit, ein absolutes Recht
wer das verletzt, dem geht es wirklich schlecht

Die Vorschrift betrifft noch weitaus mehr
auch Sport, Reise, Jagd und Straßenverkehr

Geschützt ist selbst der Gewerbebetrieb
jedenfalls das, was von ihm übrig blieb

Und die berühmte Sicherungspflicht,
trifft selbst die, die sonst nichts anficht

Für den Zurechnungszusammenhang
kommt es dann auf den Schutzbereich an

Rechtswidrigkeit, Verschulden und Schaden
hat der Schädiger selber zu tragen

Auch der Geschädigte ist mit dran
wenn man ihm Mitverschulden nachweisen kann

Selbst damit ist noch lange nicht alles vorbei
es gibt ja noch das Schutzgesetz in Absatz zwei

Fehlt es allerdings an der Kausalität
kommt 823 sowieso viel zu spät!“

Weniger gut kam der Jura-Rap beim Kollegen Professor Tim Drygala von der Uni Leipzig an. Amüsant fand der Zivilrechtler die Zeilen zwar, jedoch wissenschaftlich nicht ganz korrekt. Die Antwort auf Bergers Rap konnte natürlich nur auf eine Weise erfolgen: Drygala disste seinen Kollegen mit einem eigenen Rap:

„Lieber Kollege, Ihr Rap ist zu banal,
er verfehlt die Probleme doch fatal.

Schon die Rechtsgüter werden nicht komplett genannt,
jeder der das so macht, fährt die Sache vor die Wand.

Und das weiß doch nun wirklich jeder Depp,
die Kausalität müsste zweimal in den Rap,

weil sie Haftung begründet und die Schadenshöhe ausfüllt,
der Korrektor flippt doch aus, wenn im Aufbau sowas ausfällt.

Außerdem kann man gerade darum immer heftig streiten,
diese Frage füllt in jedem Lehrbuch locker dreißig Seiten

und noch viel mehr Probleme brechen vielen das Genick,
leicht ist 823 nur auf den ersten Blick!

Insgesamt ist der Rap doch eine trübe Tunke,
so wird das nix, noch nicht einmal 4 Punkte.

Nützen tut das nur der Internet-Verbreitung,
wahrscheinlich wollte hier jemand dringend in die Zeitung.“

Obwohl er bereits darüber nachgedacht hat, verwarf Drygala die Idee einer Jura-Rap Karriere schnell wieder. „Die Idee hatte ich schon mal vor geraumer Zeit, abends nach der zweiten Flasche Wein mit meiner Frau. Dann habe ich sie verworfen – in den Rechtwissenschaften wäre mir das zu albern und trivial.“, so der Leipziger Professor. Ferner müsse es, wenn schon als Eselsbrücke für komplizierte Inhalte eine solche Vertonung eingesetzt wird, zumindest fachlich korrekt geschehen.

Professor Berger möchte auch weiterhin auf die Vorteile unkonventioneller Lernformen setzen. Durch die Verbindung der Lerninhalte mit Musik nutzen die Studenten beide Gehirnhälften, „assoziativ, mit Emotionen und Musik“.

Fundstelle:
Unispiegel

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