Student will im Polizeibus Joint rauchen

Joint
Foto: Symbolbild

Eine fatale Fehleinschätzung führte zu einer kuriosen Situation für die Beamten der Einsatzhundertschaft des Polizeipräsidiums München: Sie waren nämlich in zivil unterwegs und staunten nicht schlecht, als ein 19-Jähriger an die Tür des Polizeibusses klopfte und um Einlass bat. Die Erklärung, es sei ihm zu kalt, wäre noch zu verstehen gewesen. Doch dann brachte der junge Mann ganz andere Gründe vor.

Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, soll es in der Nacht zum Sonntag gar nicht so kalt gewesen sein. Aber scheinbar zu kalt für einen jungen Studenten aus dem Schwäbischen. Dieser war im Bereich der ehemaligen Kultfabrik zu Besuch und wollte seinen Besuch wohl mit zwei selbstgedrehten Joints zum Abschluss bringen. Dabei sah der Mann einen Kleinbus, in dem mehrere Männer saßen. Einer der Insassen hatte nach seinen Feststellungen ebenfalls zuvor Marihuana zum Rauchen fertig gemacht. Insofern wäre es kein Problem, sich den rauchenden Freunden anzuschließen.

Der Student klopfte ans Fahrzeug und begehrte Einlass. Den erstaunten Fahrzeuginsassen erklärte er, es sei ihm draußen zu kalt, er wolle gerne ins Warme kommen, um dort zu rauchen. „Rauchen?“, fragten die Männer ungläubig zurück. Der junge Mann bestätigte und zeigte stolz seine zwei selbstgedrehten Joints. Ein verhängnisvoller Irrtum: Die Männer im Fahrzeug waren nämlich Beamte der Einsatzhundertschaft des Polizeipräsidiums München in zivil. Keine Uniformen, auch der Bus war nicht als Polizeifahrzeug zu erkennen.

Was allerdings stimmt: Einer der Männer hatte tatsächlich mit Rauschgift zu tun – ein 21-jähriger Auszubildener war davor von den Beamten beobachtet worden, wie er sich einen Joint bastelte und daraufhin zur Anzeigenaufnahme in den Polizeibus verbracht worden. Die Beamten klärten nun den 19-jährigen Bittsteller auf und baten ihn in den Bus. Nicht um zu rauchen – sondern für die Anzeigenaufnahme.

Fundstelle:
sueddeutsche.de vom 30. Mai 2016

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