Terrorverdacht wegen Mathe-Gleichungen

Weil ein italienischer VWL-Professor auf einem USA-Inlandsflug von Philadelphia nach Syracuse Mathe-Gleichungen lösen wollte, musste er nach einer Beschwerde seiner Sitznachbarin das Flugzeug kurzzeitig verlassen und sich einer Befragung stellen. Diese Hysterie gibt dem Professor zu denken: „Sie sagten mir, die Frau sei besorgt, ich könnte ein Terrorist sein, weil ich seltsame Zeichen in meinen Block schrieb“.

Komplizierte Differenzialgleichungen gehören zum täglichen Arbeitsleben von Guido Menzio, der an der University of Pennsylvania Ökonomie lehrt. Menzios Forschungsgebiete sind die Fluktuationen in der Arbeitslosenquote und Gleichgewichtspreise auf Produktmärkten. Der Professor mit den „wilden schwarzen Locken“, wie Spiegel Online berichtet, wollte auf einem American-Airlines-Flug von Philadelphia nach Syracuse noch einige Differenzialgleichungen lösen, als Flugbegleiter ihn ansprachen, er möge doch bitte mal mitkommen. Die Fluggesellschaft hat den Vorfall mittlerweile bestätigt.

Wie kam es dazu?

Schuld an dem Vorfall hat seine Sitznachbarin: Sie sah Menzio arbeiten und empfand die Schriftzeichen offenbar als eine fremde Sprache und Menzio selbst als Terrorist. Die Frau habe sich zunächst unwohl gefühlt, berichtete die „Washington Post“. Das Flugzeug kehrte um und die Frau wurde wieder ins Flughafengebäude gebracht. Danach hab sie ein „ominöses Verhalten ihres Sitznachbarn“ geschildert.

Daraufhin wurde auch Menzio ins Flughafengebäude gebracht und befragt. „Sie sagten mir, die Frau sei besorgt, ich könnte ein Terrorist sein, weil ich seltsame Zeichen in meinen Block schrieb“, sagte er später der Nachrichtenagentur AP. Menzio konnte das Missverständnis schnell ausräumen, die Maschine startete mit einiger Verspätung. Allerdings ohne die Sitznachbarin. Diese fühlte sich nach Auskunft der Airline nicht wohl und wurde auf einen späteren Flug umgebucht.

Die Überprüfung verlief während der ganzen Zeit respektvoll, gab Menzio an.Trotzdem sehe er den Vorfall mit gewisser Sorge. Die ganze Prozedur hätte mittels einfacher Nachfrage und  Internetrecherche verhindert werden können. „Wenn man nach einer Warnung vor ‚verdächtigen Aktivitäten‘ nicht erst mal recherchiert, entstehen viele Probleme, insbesondere wenn sich Fremdenfeindlichkeit weiter ausbreitet“, so der Professor gegenüber der Nachrichtenagentur.

Fundstelle:
Spiegel.de 

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  • schoeps

    Strunzdumme Amis eben.