Wenn der Hund die Zahnbrücke beschädigt

Zahnbrücke
Foto: Symbolbild

Der Rüde Camillo erschien nicht persönlich zum Prozess, doch war seine eifrige Begrüßung eines Besuchers nun Gegenstand eines Berufungsprozesses am Oberlandesgericht in München. Der Vorfall ereignete sich bereits Anfang Juni 2013. Blitzartig sei Camillo mit seinem Kopf nach oben und dabei mit dem Kopf des 68-jährigen Rentners zusammengestoßen, selbst ein Hundefreund und Züchter. Der Rentner erlitt einen Gebissschaden, die Zahnbrücke wurde beschädigt. Nun geht es um Schadenersatz und Schmerzensgeld. Die Hundehaftpflichtversicherung will es so, dort ging nämlich die Schadensmitteilung von Camillos Frauchen ein, die beide übereinstimmend so abgegeben haben.

Der 68-Jährige band sich gerade die Schnürsenkel, als der dreieinhalb Jahre alte Schäferhund ihn nach dem Öffnen der Kofferaumklappe entdeckte. Es war erst nur ein Rumschnüffeln, gab der Mann an. „Dann ist er blitzartig mit dem Kopf nach oben.“ Camillo sei „ein total freundlicher Hund, wahrscheinlich ist er in seinem Eifer hoch geschnellt“, sagt die Hundehalterin, „es gab einen dumpfen Schlag“. Die Frau erkannte die Forderungen auf Schmerzensgeld und Schadenersatz in voller Höhe an, nur die Versicherung will da nicht so ganz mitspielen.

Dies hatte zur Folge, dass der Geschädigte nun erneut vor Gericht um sein Recht kämpfen muss. Erstinstanzlich kam das Landgericht Traunstein zwar zum Ergebnis, dass die Versicherung verpflichtet sei, den Schaden in voller Höhe nebst Schmerzensgeld in Höhe von 500 Euro zu zahlen. Doch die Versicherung wurde misstrauisch, der Mann wolle sich nur seinen bereits vorher schadhaften Zahnersatz auf ihre Kosten wiederherstellen lassen. Deshalb ging die Versicherung in Berufung, der Fall landete beim OLG München.

Der Rentner gab zu, dass er nicht regelmäßig Zahnarztbesucher sei. Der Vorsitzende merkte hierzu an, dass die Brücke „vielleicht nicht mehr die beste“ gewesen sei. Er habe das Teil „vielleicht 35 Jahre“ im Mund, räumte der Mann ein. Allerdings habe der Zahnersatz nie Probleme gemacht. Das erscheint dem Richter glaubhaft: „Nach meiner Einschätzung kann man der Schilderung glauben, dass er die Brücke dadurch verloren hat, die Frage ist nur: Was kriegt er?“.

Schließlich wird vom Vorsitzenden zur Diskussion ein Betrag von 3.000 Euro aufgeworfen. Nachdem sich die Parteien beraten haben, wir eine Einigung auf genau 3.250 Euro gefunden. Dieser Betrag könnte für eine das Provisorium ersetzende dauerhafte Lösung ausreichen.

Fundstelle:
Augsburger Allgemeine vom 01.06.2016

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  • Hunde stinken

    Camillo sei „ein total freundlicher Hund, wahrscheinlich ist er in seinem Eifer hoch geschnellt“, sagt die Hundehalterin.

    Klar, sagen die Pitbull Halter ja auch immer, wenn mal wieder das Gesicht eines Kindes zerfleischt wurde..