Mann löst Großeinsatz wegen Feldmaus aus

Feldmaus
Foto: Symbolbild

Ein 21-Jähriger hat in Landsberg am Lech für einen Großeinsatz von Feuerwehr, Polizei und Wasserwacht gesorgt. Vorausgegangen war dem ein Notruf mit dem Inhalt, dass hier „jemand“ ertrinken würde – es war eine Feldmaus. Gegen den jungen Mann wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Missbrauchs von Notrufen eingeleitet. Ob die Einsatzkosten in Rechnung gestellt werden, wird geprüft. 

Der Mann war mit seiner Freundin im Englischen Garten spazieren, als er auf Höhe der Lechstaustufe 15 in einem Nebenbecken eine Feldmaus sah, die zu ertrinken schien. Daraufhin wählte er den Notruf und gab laut Polizeiangaben an, „jemand“ würde gerade ertrinken. Die komplette Rettungskette lief an. So waren am Einsatz neben einer Polizeistreife rund 20 Feuerwehreinsatzkräfe der Freiwilligen Feuerwehr Landsberg, mehrere Retter von der Wasserwacht Landsberg, Kaufering und Buchloe, ein Notarzt, ein Rettungswagen, der Einsatzleiter des Bayerischen Roten Kreuzes sowie ein Rettungshubschrauber beteiligt.

Zuerst traf die Polizei am Einsatzort ein und musste recht schnell feststellen, dass es ich bei „jemand“ um eine Feldmaus handelt. „Leider konnten wir die angeforderten Einsatzkräfte nicht mehr rechtzeitig zurückrufen“, so die Aussage von Fabian Hinz von der Polizei Landsberg gegenüber der Augsburger Allgemeinen Zeitung. Der junge Mann selbst war von dem Einsatzaufgebot überrascht:  „Er war besorgt um die Maus“, sagt der Polizeihauptmeister. Trotz seiner Sorgen wird nun gegen den Mann wegen des Verdachts des Missbrauchs von Notrufen ermittelt.

Dass ein solcher Einsatz auch für andere Verkehrsteilnehmer nicht ungefährlich ist, war dem jungen Mann wohl nicht bewusst: „Die Einsatzkräfte kamen mit Blaulicht, da sie dachten, dass eine konkrete Lebensgefahr für einen Menschen bestand“, so Hinz. Bei solchen Blaulichtfahrten seien auch andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr. Die angeforderten Einsatzkräfte würden dann andernorts fehlen, falls es zu einem schweren Unfall kommt.

Die Einsatzkosten werden nach Auskunft der Polizei aktuell ermittelt. Es seien immerhin über 40 Einsatzkräfte beteiligt gewesen. Auch ein Hubschrauber war bereits zum Einsatzort unterwegs und musste nach dem Fehlalarm gleich zu einem anderen Einsatz. Für den Missbrauch des Notrufs droht dem Mann eine Geldstrafe. Die Polizei gibt an, dass die Maus gerettet werden konnte.

Fundstelle:
Augsburger Allgemeine vom 10.06.2016

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  • Dude

    Duuuude das könnte teuer werden!!!1

    • Gonsior

      Schade, dass sich Leute nicht mehr anders artikulieren können.

  • Super gemacht. Der junge Mann hatte absolut Recht, den Notruf zu anzurufen. Es ging zum einen um lebens-rettens-wertes Leben und die Feurwehr hätte zum anderen ja mal nach den genauen Umständen fragen können. Und wenn es um einen Hund gegangen wäre, er bekäme bestimmt den bayerischen Verdienstorden.