Muslima verweigert Handschlag gegenüber Arzt – Klage

Handschlag
Foto: Symbolbild

Das Amtsgericht Bergisch Gladbach musste über eine Klage eines Muslims gegen einen Arzt aus Gladbach entscheiden. Der Vorwurf: Verstoß gegen das Gleichbehandlungsprinzip aus religiös motivierten Gründen. Der Mann forderte nicht unter 2000 Euro Schmerzensgeld vom Mediziner, weil dieser das Behandlungsverhältnis zu seiner Frau abbrach, nachdem es zu einer hitzigen Diskussion gekommen war. Der Auslöser: Die Ehefrau verweigerte gegenüber dem Arzt den Handschlag.

Die Verweigerung des Handschlags erfolgte aus Glaubensgründen. Dies schien der Arzt nicht zu akzeptieren, jedenfalls kam es zu einer hitzigen Diskussion zwischen dem Ehemann der Frau und dem Mediziner, wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet. Daraufhin brach der Arzt das Behandlungsverhältnis unter Bezugnahme auf das zerstörte Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient ab.

Das allerdings wollte der Ehemann der Patientin nicht so stehen lassen. Er erhob über einen Anwalt Klage auf Zahlung von Schmerzensgeld nicht unter 2000 Euro. Dass der Arzt die Behandlung verweigert hat, verstoße gegen das Gleichbehandlungsprinzip und beruhe auf religiösen Motiven. Der Glaube der Ehefrau habe zu einer Benachteiligung geführt. Bereits am ersten Verhandlungstag hatte die Vorsitzende Richterin aber die Erfolglosigkeit dieser Klage dem Kläger zu vermitteln versucht. Dieser bestand jedoch auf einem Urteil. Die Klage wurde abgewiesen, so dass der Kläger die Prozesskosten als auch die Anwaltsvergütung zu tragen hat.

Es ist nicht das erste Mal, dass es wegen eines verweigerten Handschlags zu einer Auseinandersetzung oder Berichterstattung kommt. So verweigerten beispielsweise zwei muslimische Schüler in der Schweiz an ihrer Schule gegenüber der Lehrerin den Handschlag. Sie sehen darin aber kein Zeichen der Geringschätzung, sondern wollen dem weiblichen Geschlecht damit „Respekt zollen“.

Sie fühlen sich von den Medien missbraucht, um Stimmung gegen Muslime zu machen. Die zuständige Schulbehörde hat mittlerweile reagiert und beschlossen, dass im Kanton Basel-Landschaft kein Schüler aufgrund seiner Religion ablehnen darf, seinen Lehrern die Hand zu geben. Den beiden muslimischen Schülern drohen demnach Sanktionen. Diese wollen hingegen die Regelung nicht akzeptieren und mit Unterstützung des „Islamischen Zentralrat Schweiz (IZRS)“ wenn nötig bis vor das Bundesgericht ziehen. Ob rechtliche Schritte tatsächlich notwendig sind, hänge allerdings auch davon ab, ob die Schule nun versuche, den Händedruck zu erzwingen, so Janina Rashidi vom Islamischen Zentralrat Schweiz (IZRS).

Fundstellen:
Kölner Stadt-Anzeiger vom 09.06.2016
Spiegel.de vom 01.06.2016

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