Reichsbürger suchen in Russland Asyl

Russland
Foto: Symbolbild

Zuerst wohnten sie in Russland im Hotel, dann im Bus und angewiesen auf Spenden: Mutter Carola (51), Vater André (46), zwei Kinder und vier Enkel. Sie sind aus der schlimmen „BRD-Diktatur“, wie sie es nennen, nach Russland geflohen, um Asyl zu erhalten. Gründe hierfür haben sie selbstverständlich genug aufgelistet: In Kindergärten und bald schon auch in Krippen würden Kinder frühsexualisiert werden, es komme die „Zwangs-Chipung“ sowie ein Toleranzgesetz, nach dem man nichts mehr gegen die Migranten sagen dürfe. Darüber hinaus sei die Wegnahme von Kindern durch das Jugendamt ein behördliches Geschäftsmodell und was den Punkt Impfzwang betrifft, das sei auch totaler Schwachsinn.

Die Russische Föderation sollte Asyl gewähren. Auch die russischen Behörden mussten sich nun mit den wirren Ausführungen, warum sie helfen müssen und zuständig seien, auseinandersetzen. Doch es bleibt wohl dabei: Deutschland ist ein sicheres Herkunftsland. Bereits im Dezember 2015 machte sich die Familie auf die lange Reise nach Russland auf. Russland habe nach ihren Angaben noch alte Kriegsschulden beziehungsweise Kriegsverpflichtungen zu begleichen, müsse sie unterstützen. Sie würden sich als „humanes Beutegut“ behandelt fühlen.

brd
Facebook-Screenshot

Als erstes Ziel stand das Außenministerium der Russischen Föderation auf dem Plan der Flüchtlinge. Begründung:  „Dort befindet sich die alliierte Hauptverwaltung der russischen Besatzungszone. Da Deutschland noch keine Friedensverträge abgeschlossen hat und noch immer ein der UN-Feindstaatenklausel gelistet ist, obliegen die Zuständigkeit und die Verantwortlichkeit für das Gebiet der ehemaligen DDR der Russischen Föderation.“

Leider ist nicht bekannt, wie die russischen Beamten auf diesen Vortrag reagiert haben. Bekannt ist nur, dass es nicht sofort eine Entscheidung gab und die Zeit verging. Das Hotel, das der gesamte Clan anfangs bewohnte, musste aus finanziellen Gründen einem Bus weichen. Ein Spendenaufruf auf Facebook schien nicht die gewünschte Wirkung zu haben. Auch das russische Fernsehen beschäftigte sich mit den Asylsuchenden und natürlich gab die Mutter auch vor der Kamera ihre Thesen zum Besten. Dass die Erwachsenen sich für diese Art des „Protests“ entscheiden, ist eine Sache. Dass aber Kinder – darunter ein erst ein paar Wochen alter Säugling – unter den Strapazen leiden müssen, stellt die Angst vor einer Wegnahme der Kinder durch das Jugendamt nicht als Geschäftsmodell, sondern vielmehr als wünschenswert heraus.

Laut ihren Angaben auf Facebook planen sie nun Russland wieder zu verlassen. Das Gesuch dort schien nicht erfolgreich und Spenden gab es auch nicht oder nicht in gewünschter Höhe. Ob Deutschland oder ein anderes Land das nächste Ziel ist, wird sich zeigen.

Fundstelle:
VICE.com vom 22. Juni 2016

Schlagworte:
, , , , , , , , , , ,
  • Noldor

    Weiter östlich gibt es sicher Asyl

    • Stefan Wiermann

      Hoffentlich. Staudammbau in Sibirien soll ja gesund sein. Viel frische Luft und viel Bewegung in Fußketten.

  • Thomas B.

    Ich hoffe doch inständig, dass den irgendwo Asyl gewährt wird. Denen ist doch sowieso nicht mehr zu helfen.

  • Steffen Sacher

    Was? Das Jugendamt soll kein Geschäftsmodell sein? Wer war dann der Herr, der vor 2 Monaten zusammen mit dem 9 Jährigen Timmy geklingelt hat, mir sagte, das ich ihn aufgrund einer Gesetzesänderung adoptieren muss und monatlich 50€ an seine leiblichen Eltern überweisen soll?