Mann darf Unterhalt in Pizzas und Nudeln bezahlen

Unterhalt
Foto: Symbolbild

Wo, wenn nicht in Italien, könnte Pizza ein anerkanntes Zahlungsmittel in diversen Lebenslagen sein? Doch nicht nur Pizza, sondern auch Nudelgerichte spielen in einem Unterhaltsfall eine Rolle, mit dem sich ein Gericht im italienischen Padua beschäftigt hat. Die britische Zeitung „Telegraph“ hat über den Fall berichtet, den der Reporter der italienischen Zeitung „Il Gazzettino“ durch Recherchen an die Öffentlichkeit gebracht hat. Danach durfte ein Mann den Unterhalt für sein Kind mit Pizzas und anderen Gerichten bezahlen.

Der 50-jährige Pizzabäcker aus einem kleinen Dorf im Umland von Padua musste sich vor Gericht wegen einer Pflichtverletzung wegen ausbleibenden Unterhalts verantworten. Die Scheidung war im Jahre 2002, danach zahlte der Mann für seine ehemalige Frau und das Kind die anfallenden Alimente. Doch 2008 kam die Wirtschaftskrise und traf auch den Pizzabäcker, der allerdings mittlerweile wieder glücklich verheiratet war und drei weitere Kinder mit seiner Frau zu versorgen hatte. Aus der Not heraus lieferte er von 2008 bis 2010 kostenloses Essen statt den sonst fälligen 400 Euro monatlich.

Seine Tochter war zum damaligen Zeitpunkt 12 Jahre alt. Obwohl seine Ex-Frau das gratis Essen annahm, klagte sie gegen ihren Ex-Mann. „Anstelle von Geld bot der Angeklagte seiner Ex-Frau eine Kompensation in gleicher Höhe in Form von Pizzas von seiner Arbeitsstelle an. Dies wies die Klägerin unverzüglich als unlauteren Kuhhandel zurück“, geht aus dem Urteil der Richterin hervor. Hingegen brachte der Verteidiger des Angeklagten vor, dass der Pizzabäcker schwierige Zeiten durchmachte und Kredite zu bedienen sind. So musste das Geschäft 2010 sogar schließen, da Lieferanten und Angestellte nicht mehr entlohnt werden konnten.

Allen anderen Fürsorgepflichten kam der Mann aber nach: So kümmerte er sich um ein gutes Verhältnis seiner Tochter zur neuen Frau und ließ auch keinen Besuchstermin aus. Diese Bemühungen zeigten auch bei der Tochter seine Wirkung. Sie zerwarf sich mit der Mutter und zog 2011 zu ihrem Vater. Nun muss seine Ex-Frau monatlich 300 Euro an Unterhalt an den Mann zahlen.

Das Urteil der Richterin: Der Vorwurf der Pflichtverletzung wegen ausbleibenden Unterhalts ist unberechtigt. In der wirtschaftlich schweren Zeit hat der Mann sein Bestes getan, in dem er seinem Kind Pizzas, Calzonen und andere Naturalien aus seiner Pizzeria im Wert von 400 Euro monatlich zur Verfügung stellte.

Fundstelle:
mopo.de vom 28.05.2016

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  • Hossahe, 400 Euro in Pizza je Monat entspricht hierzulande ca. 1,5 Jumbopizzen (Durchmesser: 50cm) pro Tag. Von einer dieser Jumbopizzen wird eine ganze Familie satt.

    Nichtsdestotrotz finde ich das Urteil sehr gut!