Crystal Meth in Überraschungsei an intimer Stelle versteckt

Überraschungsei
Foto: Symbol-Ei

Eine 23-jährige Frau und ein 28-jähriger Mann aus dem Landkreis Freyung-Grafenau (Niederbayern) mussten sich kürzlich wegen unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vor dem Amtsgericht Freyung verantworten. Das gewählte Versteck für die Drogen war wirklich „überraschend“: Die etwa 10 Gramm Crystal Meth, gekauft in Tschechien, wurden in Frischhaltefolien eingepackt und danach in ein handelsübliches Überraschungsei gestopft. Das Überraschungsei hat sich die 23-Jährige anschließend vaginal eingeführt, damit der Schmuggel bei einer Polizeikontrolle nicht auffliegt.

Bei der Rückfahrt aus Tschechien sollte der Plan jedoch misslingen: Schleierfahnder hatten das Fahrzeug nach einem polizeilichen Hinweis an der Deutsch-Tschechischen-Grenze im Bereich Philippsreut herausgewunken und kontrolliert. Nach der Kontrolle wurden die beiden Verdächtigen zur Polizeistation nach Freyung verbracht und ein richterlicher Beschluss erlaubte den Beamten jeweils eine körperliche Untersuchung (§ 81a StPO). Nachdem bei dem 28-Jährigen nichts gefunden wurde, kam es bei der 23-Jährigen nicht mehr zu einer Untersuchung: Sie gab von sich aus zu, das Crystal Meth über die Grenze transportiert zu haben und übergab den Polizisten das Überraschungsei mit den 9,45 Gramm. Die Drogen seien auf einem Vietnamesenmarkt in Strážný von den beiden gekauft worden.

Bei der Gerichtsverhandlung zeigten sich die beiden Angeklagten geständig und gaben zu, das Meth für 400 Euro gekauft zu haben, wobei jeder 200 Euro für je knappe 5 Gramm bezahlte. Der Frau hätten die 5 Gramm für ein halbes Jahr gereicht. In die Drogenszene sei sie durch ihren damaligen Freund hineingerutscht. Seit einigen Monaten sei sie jedoch clean, habe keinen Suchtdruck mehr und gehe einer vernünftigen Arbeit nach.  Sie habe mit dem Konsum von Drogen angefangen, weil sie neben ihrem Freund „nicht uncool und als Versager dastehen“ wollte. „Wenn man das nimmt, fühlt man sich unbesiegbar. Da kann man nicht klar denken. Aber das merkt man erst danach. Heute weiß ich, wie idiotisch das war und dass der Körper unter der Droge massiv leidet“, sagte die Angeklagte vor Gericht. Auch der 28-Jährige gab als Grund für seinen Drogenkonsum eine schwierige Phase nach einem Beziehungs-Aus und falsche Freunde an. Strafrechtlich ist der 28-Jährige bisher nicht in Erscheinung getreten, die 23-Jährige hat jedoch bereits drei Voreintragungen, unter anderem wegen Drogendelikten.

Der zuständige Staatsanwalt betonte, dass sich die beiden Angeklagten „heute schonungslos ehrlich, reuig und geständig“ zeigten. Das Urteil des Amtsgerichts Freyung -Schöffengericht- lautete: 1 Jahr und 11 Monate auf Bewährung für die 23-Jährige wegen unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge (§ 30 BtMG) und wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis (§ 21 StVG). Zudem muss sie 1000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen und auf eigene Kosten sechs Haar- und Urinproben abgeben, um zu beweisen, dass sie keine Drogen mehr nimmt. Der 28-Jährige wurde wegen des Schmuggels zu einer Freiheitsstrafe von 1 Jahr und 6 Monaten auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss er auch 1000 Euro spenden und ein Jahr lang Haar- und Urinproben abgeben. Das Urteil ist rechtskräftig.

Fundstelle:
Passauer Neue Presse vom 09.07.2016

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