Häftlinge mit Herz

Häftlinge
Foto: Youtube-Screenshot / WFAA.com

Texanische Häftlinge sind aus ihrer Arrestzelle ausgebrochen, um einem Gefängniswärter zu helfen, der einen Herzinfarkt erlitt. Der Vorfall wurde auf einem Überwachungsvideo festgehalten.

Man kann durchaus sagen, dass die Gefangenen indirekt dem Wärter das Leben gerettet haben. Die Männer warteten gerade in einer verglasten Arrestzelle auf ihren Gerichtstermin im Keller des Bezirksgerichts in Weatherford. Ihr Wärter saß in einem Vorraum auf einem Stuhl und sackte auf einmal in sich zusammen. Auf dem Video ist zu sehen, wie die Häftlinge Alarm schlagen und mit gefesselten Händen und Füßen aus der Zelle gelangen und um Hilfe rufen. Dadurch konnte der Wärter, der einen Herzinfarkt und vorübergehend keinen Puls mehr hatte, von seinen Kollegen wiederbelebt werden.

Die Häftlinge wurden anschließend von einem US-Sender interviewt. Einer der Männer kommentierte den Vorfall wie folgt: „Wenn einer zu Boden fällt, helfen wir ihm, selbst wenn er ein Polizeiabzeichen und eine Waffe trägt“. Die Männer gaben auch an, dass ihnen klar war, dass sie sich durch eine derartige Vorgehensweise auch selbst in Gefahr brachten, weil sie die weiteren Wärter absichtlich glauben lassen wollten, es gäbe einen Aufstand, damit sie schneller reagieren.

Laut Angaben der Polizei war das Handeln der Häftlinge tatsächlich gefährlich: Die Kollegen, die zur Verstärkung kamen, dachten zunächst wirklich, dass es wieder einmal einen Aufstand geben würde. Dass ein Wärter in Lebensgefahr sei, hätten diese erst später realisiert. Ein Polizist stellte klar, dass der Vorfall auch für die heraneilenden Beamten hätte gefährlich werden können: Immerhin hatte der am Boden liegende Wärter mehrere sicherheitsrelevante Schlüssel und eine Schusswaffe bei sich. Die Beamten konnten die Situation aber richtig einschätzen und die „Ausbrecher“ zurück in die Zelle bringen und anschließend ihren Kollegen wiederbeleben.

Kurios: Die betroffene Arrestzelle des Gerichtsgebäudes wurde nun stärker gesichert, um weitere Ausbrüche zu vermeiden. Irgendwie ironisch nach diesem Vorfall, andererseits aber auch verständlich.

Fundstellen:
WFAA.com
Süddeutsche.de

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