Wenn der Nachbar nackt durch seinen Garten spaziert

Nachbar
Foto: Symbolbild

Vor dem Dortmunder Landgericht stritten sich zwei Nachbarn um die Frage, wieviel Nacktheit im eigenen Garten nach dem Saunabesuch zulässig ist. Der klagende Nachbar, ein Rentner aus dem Stadtteil Barop, wollte den Anblick seines Nachbarn, der sich mehrmals pro Woche nackt und „in aufreizender Pose“ im Garten zeige, was er „schockierend“ fände, nicht länger dulden. In erster Instanz war er erfolgreich, nach den Ausführungen des Richters am Landgericht nahm er die Klage allerdings zurück.

Das zuständige Amtsgericht Dortmund gab dem Nachbarn noch Recht. Dort trug er vor, dass der 43-jährige Nachbar und Familienvater mehrmals in der Woche mit Freunden die Sauna – die sich im hinteren Teil des Gartens befindet – aufsuchen würde und sich in “aufreizender Pose” nackt präsentieren würde. Allerdings verblieb nach gerichtlicher Zeugenvernehmung nur ein Punkt der Vorwürfe, dennoch wurde dem Saunagänger das Ablegen der Kleider untersagt.

Anders sah dies nun aber das Dortmunder Landgericht in der Berufungsverhandlung. Es muss hingenommen werden, wenn der Nachbar einmal pro Woche nach der Sauna nackt durch seinen Garten spaziere. Richter Marc Bünnecke hatte Zweifel, dass der Anblick von nackten Menschen objektiv schockierend wirke. Auch die Bezeichnung der „Störung“ als ”ideelle Immission”, als eine Art optische Luftverschmutzung, lehnte der Richter ab: “Das finde ich nicht in Ordnung.” Auch mit anderen Argumenten drang der Kläger nicht durch. Die Aussage „Die trinken in der Sauna und nachher urinieren sie im Garten. Ich habe schon meine Blaubeere mit einer Folie schützen müssen.“ wurde als nicht bewiesen gewertet und zudem darauf hingewiesen, dass das Urinieren im Garten das Problem Betrunkener und nicht das Problem der Nacktheit sei.

Ausschlaggebend sei auch gewesen, dass der nackte Nachbar „ohnehin nur von einem Fenster im Obergeschoss und von einem bestimmten Winkel aus durch das Küchenfenster“ aus sichtbar war, wie das Nachrichtenportal „Der Westen“ berichtet. Das Grundstück würde zudem durch dichte Hecken vor möglichen Blicken genügend abschirmen.

Weitere Beeinträchtigungen durch nackte Haut wird es aber in Zukunft nicht mehr geben. Wie der Rechtsanwalt des Saunagängers mitteilt, ist das Haus inzwischen verkauft.

Fundstellen:
sz.de vom 05.07.2016
derwesten.de vom 05.07.2016

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  • Hehe

    Hat bestimmt der örtliche FKK Verein gekauft, als Vereinsheim.