„Negerkuss“ in Kantine bestellt – Fristlose Kündigung?

Negerkuss
Foto: Symbolbild

Das Arbeitsgericht Frankfurt am Main musste über die Wirksamkeit einer außerordentlichen Kündigung der Thomas Cook AG gegenüber einem Manager entscheiden. Der Vorwurf: Er habe in der Kantine einen Schokokuss als „Negerkuss“ bestellt.

In dem am 13. Juli 2016 verkündeten Urteil hat das Gericht der Kündigungsschutzklage des Managers gegen den Reiseveranstalter Thomas Cook AG stattgegeben.

Dem langjährigen Mitarbeiter aus dem mittleren Management war vorgeworfen worden, in der Kantine gegenüber einer aus Kamerun gebürtigen Kantinenmitarbeiterin einen Schokokuss als „Negerkuss“ bestellt zu haben. Die 15. Kammer des Arbeitsgerichts Frankfurt am Main hat entschieden, dass der Arbeitgeber wegen dieses Vorfalls nicht kündigen darf. Dies sei im Ergebnis unverhältnismäßig. Da das Arbeitsverhältnis mehr als 10 Jahre beanstandungsfrei bestanden habe, sei ohne vorherige Abmahnung weder eine außerordentliche fristlose, noch eine ordentliche Kündigung gerechtfertigt.

Gegen das Urteil ist das Rechtsmittel der Berufung zum Hessischen Landesarbeitsgericht möglich. Ein Sprecher der Thomas Cook AG teilte mit, man werde erst die schriftliche Urteilsbegründung abwarten, bevor weitere Schritte gegen das Urteil geprüft werden. Es habe sich – angeblich – nicht um einen einzelnen Vorfall in der Form eines „sprachlichen Ausrutschers“ gehandelt, sondern um eine fortgesetzte Provokation gegenüber der Kantinenmitarbeiterin. Thomas Cook setzte sich als multikulturelles Unternehmen gegen jede Form der Diskriminierung ein.

Quellen:
Arbeitsgericht Frankfurt, Urteil vom 13.07.2016, Az. 15 Ca 1744/16
Pressemitteilung des Arbeitsgerichts Frankfurt am Main vom 19.07.2016

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