Polizei muss Streit um Vibrator schlichten

Vibrator
Foto: Shine - flickr.com - CC BY-NC-SA 2.0 (bearbeitet)

Eine Rentnerin (etwa Ende 60) verständigte gegen Mittag den Polizeinotruf in Köln wegen einer Auseinandersetzung mit dem Verkaufspersonal in einem Sex-Shop. Der annehmende Beamte dachte zuerst an einen Scherz. Die ältere Dame verlangte die Rückerstattung des Kaufpreises für einen Vibrator, weil dieser zu laute Geräusche verursache. Das wurde jedoch abgelehnt, allerdings ein Gutschein in Höhe des Warenwerts angeboten. So rückte tatsächlich eine Streife an, um die Angelegenheit zu befriedigen.

Der Notruf ging um 11:45 Uhr bei der Polizei ein. Eine Streife müsse sofort den Sex-Shop in der Innenstadt aufsuchen, in dem sich die Melderin aufhalte. Obwohl der kürzlich erworbene Vibrator noch einwandfrei funktioniere, wolle man ihr lediglich einen Gutschein für die Rückgabe des Gerätes anbieten. Zur Verhinderung einer Eskalation waren kurze Zeit später zwei Beamte im Laden eingetroffen, die sich den Sachverhalt durch die Melderin erklären ließen. „Der Vibrator hat 169,90 Euro gekostet und macht elektronische Geräusche – aber die sind viel zu laut!“, so die Erklärung der Seniorin.

Wörtlich heißt es hierzu im Einsatzprotokoll: „Die Melderin war nicht mit der Funktionalität des Dildos einverstanden (Gerät mit Ansaugfunktion, Furz- und Schmatzgeräuschen war ihr zu unerotisch).“ „Nachdem ich das Ding zu Hause zusammengebaut hatte, machte es einen Krach, dass man es im ganzen Haus hören konnte. So etwas kann ich doch nicht benutzen“, erläuterte die Frau den Beamten. Wie der Kölner EXPRESS erfahren haben will, soll der Kundin der Vibrator aber vor dem Kauf im Laden vorgeführt worden sein.

Zu diesem Zeitpunkt stellte die vom Vibrator ausgehende Lautstärke für die Dame wohl noch keinen Reklamationsgrund dar. Weil keine Straftat ersichtlich war, zog die Polizei wieder ab. Unklar ist, ob die Kundin zivilrechtlich gegen den Shop-Betreiber vorgehen will. Selbiger wollte sich nicht zum Thema äußern.

Fundstelle:
express.de vom 09.07.2016

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  • Onkel Connor

    Frage mich welcher Zivilrechtliche Ansatz da möglich sein soll? Bei Ware die ich in einem Laden kaufe gibt es nicht mal ein Widerrufsrecht. Das Angebot eines Gutscheins ist schon kulant, Anspruch auf Geld zurück gibt es nicht, da das Gerät ja wie selbst die Kundin sagt einwandfrei funktioniert.

    • Toni Makkaroni

      Die Frage ist, ob man aus „Nachdem ich das Ding zu Hause zusammengebaut hatte, machte es einen Krach, dass man es im ganzen Haus hören konnte.“ einen Sachmangel im Sinne des § 434 BGB „konstruieren“ kann, um in den Anwendungsbereich der Mängelrechte zu komen.

      • Onkel Connor

        Das Gerät soll ihr ja im Laden vorher vorgeführt worden sein.

        • Toni Makkaroni

          Nun… eine „Trockenübung“ ist mit dem angedachten Einsatzzweck wohl auch nur bedingt vergleichbar…