Roboter-Anwalt geht erfolgreich gegen Strafzettel vor

Roboter-Anwalt
Foto: Windgeist - flickr.com - CC BY-NC-SA 2.0 (bearbeitet)

Fast jeder hat sich bereits einmal über ein Knöllchen geärgert, das man als nicht gerechtfertigt empfand. Abhilfe schafft in England nun ein sehr erfolgreicher Roboter-Anwalt.

Chatbots – das sind Computerprogramme, die, anhand von schriftlichen Nutzereingaben und einer Datenbank im Hintergrund, schriftliche Antworten liefern. Einen solchen Bot programmierte der 19-jährige Joshua Browder aus London.

Der Student hatte selbst über 30 Strafzettel bekommen und sich darüber geärgert. Er legte auf konventionellem Weg Einspruch gegen die Knöllchen ein und hatte damit zumeist Erfolg. Dann kam er auf die geniale Idee, den Vorgang mit einem Roboter-Anwalt zu automatisieren.

Nun können Autofahrer auf der Seite www.donotpay.co.uk mit dem Chatbot-Anwalt ihre Strafzettelprobleme lösen. Das Programm hinterfragt gezielt den Sachverhalt und ermittelt anhand der Nutzereingaben, ob sich ein Vorgehen gegen das Knöllchen lohnt. Bei einem positiven Ergebnis erstellt der Roboter anhand eines Algorithmus automatisch das passende Anschreiben für die zuständige Behörde.

Beachtliche Zahlen zeigen, wie erfolgreich der Bot-Anwalt ist: Über 160.000 Knöllchen konnten innerhalb von 21 Monaten abgewendet werden, bei einer Erfolgsquote von 64 Prozent. Den Autofahrern wurden damit Bußgeldzahlungen von über vier Millionen Euro erspart.

Mittlerweile sei Browder auch mit deutschen Anwälten in Kontakt, um zu prüfen, ob der Dienst auch in Deutschland starten kann. Zu seiner Motivation für das Projekt erklärt er: „Menschen, die Parktickets kassieren, sind die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft. Diesen Leuten geht es nicht darum, das Gesetz zu brechen.“

Fundstelle:
tz vom 29.06.16

Schlagworte:
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  • JdH

    „Diesen Leuten geht es nicht darum, das Gesetz zu brechen“
    Manche geben sich aber auch wirklich keine mühe die Verkehrsregeln einzuhalten oder andere mit ihrem verhalten nicht zu behindern.

    • Knöllchen-Horst

      Geheimtipp für D:
      „Missbrauchen“ Sie das Abmahnrecht. Sie können Jeden auf jede Rechtsverletzung abmahnen, wenn Sie die Anwaltskosten vorzuschiessen (und, bis Sie als „das Abmahn-Arschloch“ gebrandmarkt sind (Vorteil: Lassen Sie einen Link auf solche Websites mit der Abmahnung mitsenden – das erhöht die Quote der Unterlöassungserklärungs-Unterschreiber) die Gerichtskosten) vorfinanzieren.

      Mein Favorit:

      Ein Fahrzeug auf dem Radweg? Störerhaftung des Halters.

  • Stefan Wiermann

    @JdH: Ich bin Lieferant in Wiesbaden, ich habe ständig mit den Knöllchenasseln zu kämpfen, weil es schlicht und ergreifend keine Möglichkeit gibt, legal zu parken dort wo ich hin muss. Ich sehe nicht ein, für die Unfähigkeit der Stadt Wiesbaden bluten zu müssen.