Schülerin buchstabiert „Politikwissenschaft“ falsch – Haft

Foto: thisisbossi - flickr.com - CC BY-NC-SA 2.0 (bearbeitet)

In Indien hat die Polizei eine 17-Jährige festgenommen, weil diese ihr Schulfach „Politikwissenschaft“ in einem TV-Interview vor laufenden Kameras falsch buchstabiert hatte.

Das 17-jährige Mädchen aus dem nordindischen Staat Bihar habe in einer Prüfung die beste Note seit 12 Jahren in dem Fach „Politikwissenschaft“ erzielt. Daraufhin kam es nach einer Prüfung zu einem Fernsehinterview, bei dem ihr ein Reporter Quizfragen stellte. Dabei fiel auf, dass die Schülerin die englische Bezeichnung „Political Science“ nicht korrekt buchstabieren konnte. Spätestens als dann die Schülerin vor den Kameras auch noch behauptete, im Fach „Politikwissenschaften“ sei auch Kochen auf dem Stundenplan, was natürlich falsch war, wurden die Beamten skeptisch und nahmen sie kurzerhand fest. Anschließend musste die 17-Jährige zusammen mit weiteren Schülern, welche auffällig gute Noten hatten, die Prüfung im Fach „Politikwissenschaft“ wiederholen. Das Ergebnis: Alle fielen durch.

Damit war für die Polizei klar, dass alle in dem vorherigen Test geschummelt haben müssen. Die 17-Jährige musste sich als Betrügerin vor Gericht verantworten und soll nun insgesamt zwei Wochen im Gefängnis verbringen und erst am 8. Juli wieder nach Hause dürfen. 17 weitere Schüler wurden nach der Wiederholungsprüfung ebenfalls festgenommen.

Bihar ist eine ärmliche Region, bei der die Behörden schon seit längerer Zeit unter Druck stehen, Prüfungsschummler zu ertappen. Dies ist dort eine Straftat. Letztes Jahr tauchte ein Video auf, auf dem zu erkennen war, dass in Indien sogar Eltern die Mauern von Schulgebäuden hochklettern, um den Kindern bei den Prüfungen die richtigen Ergebnisse durch die Fenster zu reichen. Nach diesem Vorfall wurden zahlreiche Eltern, Schüler und auch korrupte Polizisten verhaftet. In Indien stehen Schüler aus ärmeren Familien unter immensem Erfolgsdruck in der Schule, weil gute Abschlussnoten die Garantie für einen der knappen Studienplätze sind.

Fundstellen:
DailyMail
Spiegel

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