Anwältin fliegt wegen Pokémon Go aus dem Gericht

Pokémon Go
Foto: Symbolbild

Die ganze Welt ist im „Pokémon Go“-Fieber. So scheint es zumindest, wenn man all die Leute auf der Straße, auf Plätzen und in öffentlichen Gebäuden erblickt, die mit starrem Blick auf das Smartphone digitale Monster anvisieren. Dass es bei der Jagd auf die Kreaturen jedoch auch Grenzen gibt, musste kürzlich eine Anwältin am Landgericht Düsseldorf erfahren.

Um die Wartezeit vor dem Eingagsbereich des Schwurgerichtssaals zu verkürzen, griff die Juristin zum Smartphone und öffnete die „Pokémon Go“-App. Schnell tauchte auch eine der begehrten virtuellen Kreaturen auf, ein „Habitak“. Dass das Pokémon der Begierde gerade auf dem Fuß eines Wachtmeisters saß, störte die Anwältin nicht weiter. Dieser empfand die Aktion hingegen überhaupt nicht angemessen und warf die Juristin kurzerhand aus dem Gericht.

Eine Sprecherin des Gerichts nahm wie folgt Stellung:

„Im Rahmen des Hausrechts achten sowohl das Landgericht als auch das Amtsgericht darauf, dass der ordnungsmäßige Dienstbetrieb im gemeinsamen Gebäude gewährleistet ist. Bei Verstößen gegen die Hausordnung werden im Einzelfall die erforderlichen und angemessenen Maßnahmen ergriffen.“

Schon fraglich, ob der Rauswurf hier erforderlich und angemessen war. Wird wohl auch von dem weiteren Verhalten der Anwältin abhängig gewesen sein.

Update vom 10.08.2016, 17:17 Uhr:

Die Kollegen von LTO.de haben in Erfahrung gebracht, dass es sich bei dieser Meldung teilweise um eine Ente handelt: Die Anwältin hat nach eigenen Angaben zwar „Pokémon Go“ im Gericht gespielt, der Wachtmeister hat sie jedoch entgegen der ursprünglichen Meldung von express.de nicht aus dem Gericht geworfen.

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