Pokémon Go-Verbot für Sexualstraftäter in New York

Sexualstraftäter
Foto: Symbolbild

New Yorker Politiker haben die Befürchtung, dass Sexualstraftäter, die auf Bewährung frei sind, Pokémon Go nutzen könnten, um spielende Kinder in ihre Nähe zu bringen. Aus diesem Grund wurde ihnen nun ein Spielverbot erteilt. Der Entwickler von Pokémon Go, Niantic Labs, soll dabei helfen, es umzusetzen.

Im US-Bundesstaat New York ist es Sexualstraftätern auf Bewährung in Zukunft untersagt, Pokémon Go zu spielen. Gouverneur Andrew Coumo bestätigte das Verbot diesen Montag und teilte die Beweggründe mit:  Es bestehe die Gefahr, dass Kinder, die Pokémon Go auf ihren Smartphones in unsicheren Gegenden spielen, von den Sexualstraftätern mit Lockmodulen angelockt werden könnten. Daher habe man reagieren müssen und dieses Verbot erlassen. Danach ist es den etwa 3000 unter Aufsicht in New York lebenden Sexualstraftätern verboten, Pokémon Go sowie vergleichbare Spiele herunterzuladen oder zu spielen. Das Büro des Gouverneurs Coumo kontaktierte bereits den App-Entwickler von Pokémon Go und bat um Mithilfe bei der Umsetzung des Verbotes.

Senatorin Diane Savino befürwortete dieses Verbot ebenfalls: Sexualstraftäter könnten mit Hilfe von Pokémon Go beispielsweise sehen, wo Kinder sich für gewöhnlich versammeln und gegen eine geringe Gebühr im Spiel selber Lockmodule platzieren, um andere Spieler anzuregen, sich an einem bestimmten Ort zu versammeln. Senatorin Savino habe zusammen mit dem Senator Klein eine Untersuchung vornehmen lassen, welche einen „erschreckenden Zusammenhang zwischen Wohnsitzen von Sexualstraftätern und Zielen des Spiels“ ergeben habe.

Gouverneur Coumo betonte, dass Sexualstraftäter in New York schon jetzt besonders überwacht werden und es IT-Unternehmen gibt, die die Berechtigung haben, regelmäßig Informationen zu den Tätern zu erhalten, um diese aus ihren Diensten zu entfernen oder ihnen den Zugang zu verweigern. Auch der Entwickler von Pokémon Go sowie weitere Entwickler von Augmented-Reality-Apps sollen diese Berechtigung erhalten. Ein Rechtsanwalt für Bürgerrechte sieht dieses Vorgehen kritisch und äußerte sich in einem Artikel der New York Times dahingehend, dass ein solches Spielverbot ohne den Beweis, dass Sexualstraftäter tatsächlich so vorgehen und Kinder mit solchen Apps anlocken, unverhältnismäßig sei.  Die New York Times berichtet auch darüber, dass der Entwickler von Pokémon Go bereits von US-Behörden aufgefordert worden ist, sogenannte „PokéStops“ in der näheren Umgebung der Wohnsitze von Sexualstraftätern zu entfernen, damit Kinder sich von diesen Orten fernhalten.

Fundstellen:
New York Times vom 01.08.2016
heise.de vom 02.08.2016

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